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- INTERNATIONAL PRESS and RADIO - 13 -

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JUNE 2009

"Ich geige gegen den Wind" 22 Jun D11

Festival International Echternach: David Garrett bouscule le concert classique 1st Jun F1

MAY 2009

Geiger David Garrett begeistert in Kölner Philharmonie 31Mai D12a

"Ich bin ja noch jung" 28 Mai D12

Wunderkind und Grenzgänger: David Garrett auf Vorab-Besuch in Schloss Salem 13 Mai D13

Als Weltstar kehrt er in die Heimat zurück 16 Mai D14

Der Romantiker unter den Popstars 4 Mai D

Vier Zugaben für Viersen Viersen 4 Mai D15

Garrett zieht den Hut vor Bach Viersen 4 Mai D4

Der Künstler der Kanzlerin 4 Mai D16

Merkel feiert mit Stargeiger 4 Mai D3

David Garrett erhält den "goldenen Classix-Geigenbogen" 2. Mai D2

Sarah Connor & David Garrett - Reine Nerven-Sache May D18

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Samstag 2. Mai 2009

David Garrett erhält den "goldenen Classix-Geigenbogen" des Braunschweig Classix Festival 2009

Classix-Eröffnungskonzert ist Tourstart David Garretts mit dem Prager Kammerorchester

D17

Das Braunschweig Classix Festival verlieh heute in der Stadthalle Braunschweig dem Stargeiger David Garrett den "goldenen Classix-Geigenbogen". Der Intendant des Braunschweig Classix Festivals, Hans-Christian Wille, zeichnete damit David Garrett aufgrund der sensationellsten und besten Ticket-Verkaufszahlen seiner drei Konzerte (6.900 Sitzplätze) beim Braunschweig Classix Festival 2009 am 3., 28. Mai und 27. September aus. Ohne diesen Weltklasse Geiger wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen, so Wille.

Als "David Beckham der Violine" verkörpert David Garrett ein Wort – "virtuos". Mit seinem Rockstar-Look wäre es ein Leichtes, den außerordentlichen Einfluss zu übersehen, den Garrett als klassischer Musiker ausübt. Doch schon als junger Teenager sprachen Legenden wie Isaac Stern und Yehudi Menuhin von ihm als "größten Violinisten seiner Generation".(...)

quelle:classixfestival

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4th May 2009

David performs at 60 Years Federal Republic Of Germany Celebration

Merkel feiert mit Stargeiger

D5

Als Stargeiger David Garrett (27) zum Schluss die deutsche Nationalhymne spielte, sang Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (54, CDU) gerührt mit!

Glänzender Rahmen: CDU-Festakt „60 Jahre Bundesrepublik, 20 Jahre Mauerfall“ im Deutschen Theater Berlin

Sie hatte den Violinenvirtuosen persönlich zum CDU-Festakt „60 Jahre Bundesrepublik, 20 Jahre Mauerfall“ ins Deutsche Theater in Berlin gebeten – und mit ihm 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Unter großem Applaus hob Merkel die Verdienste von Altkanzler Helmut Kohl (79) hervor: „Er ist der Kanzler der Einheit. Dafür danken wir ihm von ganzem Herzen.“

Mit ihrer Rede überzeugte die Kanzlerin auch „Echo“-Gewinner Garrett: „Sie ist ein unheimlich ehrlicher und sympathischer Mensch. Es war eine Ehre, für sie zu spielen.“

Quelle: bild.de

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Der Künstler der Kanzlerin

D6

"Mir fehlen ein bisschen die Worte. Es ist eine riesige Ehre, dass die Bundeskanzlerin von mir gehört hat und meine Musik mag. Ich hoffe, ich spiele besonders schön", sagte Geiger David Garrett, bevor er im Deutschen Theater in Mitte die Bühne betrat.

"60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und 20 Jahre Mauerfall - Erinnerungen und Ausblick" hieß die Festveranstaltung, zu der gestern Vormittag die Vorsitzende der CDU Deutschland und Bundeskanzlerin Angela Merkel geladen hatte. Im Publikum saßen unter anderen Bundestagspräsident Norbert Lammert , die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen Erika Steinbach , der letzte Ministerpräsident der DDR Lothar de Maizière , Unionsfraktionschef Volker Kauder sowie Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und deren Vater Ernst Albrecht , als der Deutsch-Amerikaner Garrett die etwa 500 Gäste mit dem Satz: "Ich freue mich wahnsinnig, heute bei euch zu sein", begrüßte. Hans Zimmers Musik zum Kinofilm "Fluch der Karibik" kündigte Garrett mit folgendem Hinweis an: "Ich bin sicher, ihr kennt das alle". Die Reaktionen aus den in leuchtendem Rot bezogenen Sitzreihen: hier und da dezentes Erstarren, ansonsten Schmunzeln. Immerhin hatte sich die Kanzlerin, wie gestern ein Sprecher der Deutschen Entertainment AG bestätigte, höchstpersönlich den Auftritt von Garrett (dieser spielte unter anderem ein Bach-Arrangement sowie Rimski-Korsakows "Hummelflug") gewünscht. "Bekanntermaßen mag Frau Merkel klassische Musik", sagte eine CDU-Sprecherin. "Und sie hat sich auch auf diese besondere, junge Art der Interpretation gefreut."

Der Kunst der Töne folgte die Kunst der Worte. In ihrer Rede forderte die Kanzlerin eine "nationale Kraftanstrengung" gegen die Wirtschaftkrise. "Der Staat allein kann es nicht schaffen. Alle sind gefragt, jeder an seinem Platz". Zugleich lobte die Kanzlerin die soziale Marktwirtschaft als deutsches Erfolgsmodell. "Wenn sich auf den internationalen Finanzmärkten alle daran gehalten hätten, wäre die jetzige Krise "gar nicht erst entstanden." Seit den 70er-Jahren hätten die Deutschen über ihre Verhältnisse gelebt. "Es wurden immer wieder Wechsel auf die Zukunft ausgestellt." In Bezug auf den Anlass der Veranstaltung - 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und 20 Jahre Mauerfall - sagte sie: "Wir feiern deutsche Geschichte, wir feiern deutsches Glück."

(...)

Die Gala fand dann in Neuss im Swissotel statt. Menschen in Abendkleidern fielen sich in die Arme und küssten sich. Es war eine ganz spezielle Stimmung. So sollte es immer sein. Leider ist das Gefühl dann sehr schnell wieder verflogen." Es war gestern am Ende der Veranstaltung, als noch einmal David Garrett auf die Bühne kam und sagte: "Jetzt kommt ein Lied, das kennt ihr alle, eines, das sich besonders gut zum Mitsingen eignet." Und dann spielte er die Deutsche Nationalhymne.

Quelle: Anja Popovic, 5. Mai 2009, morgenpost

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4thMay 2009

Germany, Viersen

Garrett zieht den Hut vor Bach

D7

Viersen (RP) "Ich kann dieses Concert nicht mehr hören", klagte Max Bruch seinem Verleger Simrock. Sein 1868 vollendetes Violinkonzert g-moll op. 26 war ein früher und "verhasster Erfolg" für ihn, weil er als Komponist auf dieses eine Werk reduziert wurde. Bis heute wirkt so Bruchs großer Wurf, der Interpreten und Hörer gleichermaßen mit echter Empfindung und effektvoller Virtuosität verwöhnt.

David Garrett spielte mit glasklarer Brillanz und seidigem Legato, er kostete den schon Spätromantik vorausfühlenden Tonfall des Konzerts in (manchmal übertrieben) satten Portamenti und brusttiefer Intonation aus. Dass Applaus zwischen zweitem und drittem Satz den Effekt des Übergangs von malziger Süße zu ungarisch angehauchter Feurigkeit störte, nahmen der Solist und das seelenvoll begleitende Prager Kammerorchester gelassen. Dieser souveräne Klangkörper, der sich mit drei "Legenden" aus Antonín Dvoráks op. 59 vorgestellt hatte, macht klar, warum Mozart "seine Prager" so liebte. Jeder der Musiker vereint Spielfreudigkeit und Disziplin, Beweglichkeit und Expressivität. Ihr Konzertmeister Antonín Hradil führte sie erzmusikalisch durch die große "Londoner" Sinfonie Nr. 104 D-Dur (Hob I:104) von Joseph Haydn.

Durch pulsierendes Gleichmaß zwingend richtiger Tempi und ausgeprägte farbliche und dynamische Differenzierungskunst entstand feinster Humor mit Tiefgang. Bei Pablo de Sarates "Introduction et Tarantelle" op. 43 folgte das Orchester geschmeidig dem Solisten, der die Bravour bei teuflischem Tempo noch mit einem Lächeln im Ton schmückte.

Erst recht aus dem Häuschen geriet das Publikum nach der Paganini-Zugabe "Karneval in Venedig" (das Original des ,Hutes mit drei Ecken'). Drei weitere Zugaben schenkte Garrett an diesem Abend, aus Johann Sebastian Bachs Solowerken für Violine. Mit den Sarabanden der Partiten BWV 1002 und BWV 1004 und dem Andante der Sonata BWV 1003 berührte er tief. In reines, natürlich fließendes Spiel übersetzte er Bachs Geheimnis, Endlichkeit und Unendlichkeit in Eins zu fassen.

quelle: 06.05.2009, rp-online

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Vier Zugaben für Viersen

D8

Viersen (RP) Der 28-jährige Stargeiger David Garrett gastierte mit dem Prager Kammerorchester in der Festhalle – und alle waren aus dem Häuschen: Fans freuten sich über ein Autogramm, der Kinderschutzbund über 15.000 Euro.

Es gebe Wichtigeres, als immer nur "VIP" (besonders wichtig) zu sein, stellt Bürgermeister Günter Thönnessen vor Konzertbeginn im Kleinen Saal der Festhalle klar. 110 Euro haben die Gäste bezahlt, um bei einem Glas Sekt andere Viersener VIPs zu treffen. Doch das Wichtigste, so Thönnissen, seien die Kinder. Für die warder Erlös des Benefizkonzerts gedacht, präsentiert von der Stadt und dem Hauptsponsor, der Kaiser's Tengelmann AG.

"Garrett ist Championsleague"

15 000 Euro nimmt Angelika Rüttgers, Ehefrau des NRW-Ministerpräsidenten und Schirmherrin des Deutschen Kinderschutzbundes, auf der Bühne in Empfang. Die gibt sie gleich weiter an den Ortsverein des Kinderschutzbunds, dessen 1. Vorsitzende Cornelia Henneke sich sichtlich gerührt zeigt. Das Geld fließt nun in die Hausaufgabenbetreuung und in den Mittagstisch für Kinder. "Prima, dass es Viersener sind, die Viersener Kinder unterstützen", sagt Rüttgers. Sie zeigt sich beeindruckt von den 1000 Zuhörern in der Festhalle: "Wenn ich meine Gitarre rausholen würde, wäre der Saal in zwei Minuten leer."

Auch Bürgermeister Thönnessen fühlt sich wohl an eigene Musikstunden erinnert. Er habe selbst als Jugendlicher Geige gespielt, kommentiert er das Konzert später, "aber das war Bezirksklasse. Garrett ist Championsleague". Viersens Kulturreferentin Tanja Muschwitz ist ebenso begeistert: "Ein beeindruckendes Konzert mit ganz viel Gefühl." Bernd Ahlers, Vorstandsvorsitzender der Kaisers's Tengelmann AG, lobt: "Großartig. Das Orchester war klasse, Garrett ein Erlebnis. Ein Highlight für Viersen." Selbst der Stargeiger zeigte sich von der Atmosphäre in Viersen angetan. Er schreibt ins goldene Buch der Stadt: "Vielen Dank für eure wunderbare Gastfreundschaft."

Sein Vater Georg Bongartz, gefragter Geigenauktionator aus Aachen, hatte den Sohn bereits am Morgen nach Berlin begleitet zu einer Feier zum 60-jährigen Bestehen der Bundesrepublik. Zuletzt hatten sich die beiden vor einigen Wochen in München gesehen. Es falle ihm schwer, seinen Sohn so selten zu sehen – "aber so ist das Leben". Bongartz spricht offen über das Verhältnis: "Es gab ja eine Zeit, in der er sich von uns abgewandt hatte, aber das hat sich zum Glück wieder geändert." Richtig froh sei er am Morgen in Berlin gewesen, als sein Sohn ihn zu einem Foto hinzugebeten und in den Arm genommen habe.

Als die Zuschauer am Ende des Konzerts nach zwei Zugaben gar nicht mehr aufhören wollen zu klatschen, tritt Garrett erneut auf die Bühne. Die ersten, die schon zur Tür drängen, bleiben stehen, werden ganz still. Es gibt Wichtigeres, als zuerst am Parkplatz zu sein. Zum Beispiel diese wunderbare Sarabande von Bach.

quelle: BIRGITTA RONGE, 06/05/2009:rp-online

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Der Romantiker unter den Popstars

D1

Star-Geiger David Garrett überzeugte mit Bruchs Violinkonzert beim Braunschweig-Classix-Festival

Blonder Zopf und Engelsgesicht, zwei dicke glitzernde Ringe am Finger, Kettchen am Handgelenk – doch wenn er den Bogen anlegt, schließt er die Augen und verbreitet hemmungslos romantischen Schmelz. David Garrett ist zwar der Pop-Star unter den Klassik-Geigern, aber Klassik light gibt es deshalb bei ihm nicht. Auch bei seinem Auftritt mit Max Bruchs Violinkonzert beim Classix-Festival gestern in der ausverkauften Braunschweiger Stadthalle setzt er ganz auf Gefühl und Leidenschaft. Und weil er nebenbei so ein smarter junger Mann ist, weil er immer wieder strahlt und lächelt in den virtuosen Läufen, als machten sie ihm einfach Freude, ist die Gefahr ehrfürchtiger Erstarrung, aber auch verzehrenden Schwulstes von vornherein gebannt.

Denn Garrett liefert einen sehr direkten, nicht vibratös die Gefühle kitzelnden Ton. Und doch wird er gern innig, gibt langgestrichenen, sehnenden Passagen Leidenschaft durch Nachdruck und dann wieder ganz zarte, leise Reflexion. Aber es bleibt stets Leidenschaft, nie Schmerz. In Anbetracht der hübschen Bratscherin, der er sich so oft zuwendet, schwingt sogar etwas Flirtfieber darin. Und die Strähne, die ihm ins Gesicht baumelt, die spürt er scheinbar gar nicht.

Wie er sich im Adagio aus füllig tiefem Ton aufschwingt in die Höhen der Melodie, aufstampfend dem Prager Kammerorchester Einsatz gibt zu ihren volkstümlich dramatischen Einwürfen, zeugt von Garretts vorurteilsloser Emphase für Bruchs streckenweise auch etwas sentimentales Werk. Und höchst energisch spielt er sich im Allegro-Abgesang aus der genossenen Romantik ins tätige Leben zurück.

Natürlich gabs heftigen Beifall und Bravos. Und Garrett gewährte auch gleich eine Zugabe, Bachs Sarabande.

Angesichts eines solchen Starsolisten hat es ein Orchester nicht immer leicht, zu punkten. Das Prager Kammerorchester spielt als nur mit Solisten besetzter Klangkörper ohne Dirigenten, auch wenn Konzertmeister Antonin Hardil mit dem Bogen Einsätze markiert. Zum Auftakt boten sie drei Legenden ihres Landsmanns Antonin Dvorák. Das schmeckte nach Wald und Seen und Naturgeistern, nach Volkstanz und Morgennebel. Prächtig geriet dann Joseph Haydns letzte Sinfonie, Nr. 104. Das Solistenprinzip sorgte für präzise Durchhörbarkeit auch im dramatisch-festlichen Eingangssatz. Gefolgt von der zarten Aura des Andante und seiner dynamischen Aufwallung. Heiter trotz Paukengewitters und Stampftakt gelang das Menuett, und das Finale wurde zum quirligen, in Kreiseln angetriebenen Lebenstaumel. Bravo.

Bei Redaktionsschluss legte sich nochmal Garrett für Pablo de Sarasates Tarantella ins Zeug.

Quelle: Andreas Berger, newsclick.de, 05.05.200

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Wunderkind und Grenzgänger: David Garrett auf Vorab-Besuch in Schloss Salem

D10

Er ist musikalischer Grenzgänger und geigerisches Wunderkind gleichermaßen: David Garrett. Am Mittwoch war der gebürtige Aachener in Schloss Salem zu Gast. Dort tritt der Violinist mit Band und Orchester am Freitag, 17. Juli, auf. Vorab stellte sich Garrett den Fragen der Presse und machte sich ein Bild von seinem Auftrittsort.

SALEM (dre) Fliegen ist seine Sache nicht: "Das waren einige sehr lange Luftlöcher", sagt David Garrett, der vor seinem Besuch in Salem am Mittwoch noch in Halle (Westfalen) und Hamburg war. Straffes Programm für den 27-Jährigen, der am 17. Juli ein Open Air Konzert in Schloss Salem geben wird - samt Band und Orchester.50 Prozent Klassik, 50 Prozent "Crossover"-Klänge, oder, wie der Frauenschwarm es nennt, "Semi-Klassik".

Trotz Müdigkeit hat Garrett gute Laune, den Flug hat er mit Baldrian überstanden, in Salem spricht er über musikalische Einflüsse von Bach (als Komponist) bis Menuhin (als Musiker). Und er erklärt, wie er zu seiner Aura kommt, die auf viele wie die personifizierte Coolness wirkt. "Man muss die Dinge nehmen wie sie kommen. Mein Bruder hat die Einstellung, dass nichts wichtig ist im Leben. Dadurch regt er sich über nichts auf."

Eins bringt David Garrett dann aber doch auf die Palme: Musikerkollegen, die keine Botschaft haben. Vanessa Mae bekommt ihr Fett weg: "Ich finde ihre Produktionen scheußlich." Einen weiteren Seitenhieb verteilt er in Richtung des "Holländers", den er nicht beim Namen nennt, weil eh jeder weiß, wer gemeint ist. Große Worte, aber von einem, der es sich leisten kann: Derzeit gilt der deutsch-amerikanische Geiger als einer der Besten auf der Welt.

quelle: 13.05.2009, szon.de

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Als Weltstar kehrt er in die Heimat zurück

D9

Aachen. «Also, manchmal frage ich mich, wann sich der Junge mal Ruhe nimmt», sagt Dove Bongartz. Und bekämpft ihre mütterliche Sorge mit dem herzhaften Biss in eine Printe auf der heimischen Terrasse am Aachener Stadtrand. In der Tat. Man mag sie verstehen. Sohn David führt ein Leben im Überschalltempo.

Letzte Woche morgens Festakt der Kanzlerin «60 Jahre Bundesrepublik» in Berlin, abends bei Jürgen Rüttgers in Düsseldorf, zuvor Live-Auftritt beim Boxkampf von Klitschko mit den Nationalhymnen. Dann Konzert in Kiel, am Tag darauf die Verleihung der «Goldenen Feder 2009» vor 400 hochkarätigen Gästen aus Medien, Show, Politik und Wirtschaft mit Laudator Johannes B. Kerner. Am Freitag Auftritt Potsdam, Samstag Mannheim und immer wieder: Jubel, Trubel, Privatjet und Heerscharen verzückter Fans.

Als Weltstar kehrt der 27-jährige Violinist am Sonntag für eine Stippvisite in seine Aachener Heimat zurück: David Garrett, «der Wiedergänger der Virtuosen des 18. und 19. Jahrhundert» (Süddeutsche), gibt im Eurogress eines seiner «Gänsehaut-Konzerte». Und die Eltern fiebern dem Ereignis ganz unterschiedlich entgegen.

O-Ton Mutter, einer ehemaligen US-Primaballerina, deren Geburtsnamen David annahm: «Das wird ein Heimspiel, da sind so viele, die ihn von klein auf kennen. Und ehrlich, ich werde ganz stolz sein.» O-Ton Vater Georg Bongartz, einer der renommiertesten Geigenauktionäre Europas: «Ein schwerer Auftritt für ihn, eher ein Auswärtsspiel. Das ist wie bei der Nachbarschaft, die guckt und hört doch anders.» Und Stolz? «Das kann er auf sich selber sein.» Er als Vater werde zwar beim großen Auftritt «diese Momente genießen», empfinde aber grundsätzlich «eher Demut». Denn: «Neben Können und Fleiß gehören doch auch Fügung und Glück zu einer solchen Laufbahn: Was ist denn, wenn der Junge einen Unfall hat?»

Zwei Elternteile, zwei nachvollziehbare Sichtweisen, aber eine Überzeugung: «Seine Karriere ist nicht nur Glanz und Bühne, der Druck wird immer größer. Die Agenten, die Industrie, das Management, es geht um viel Geld.» Und dann «das große Problem der Erwartungen». Denen könne David «einfach nicht gerecht werden», meinen die Eltern. Ob Freunde im privaten Dunstkreis, Bindungen zu Volker Schlöndorff, Franz Beckenbauer, Boris Becker oder Peter Maffay im Society-Glimmer oder die Massenpulks an Autogrammjägern nach Konzerten: Immer steht David im Mittelpunkt - oft bei ständig klingelndem Handy, versteht sich.

Und dennoch. «Der Junge ist aufgeschlossen und liebenswert geblieben», freuen sich die Eltern über einen erkennbaren Erfolg ihrer Erziehung, der ihnen wichtig war: «Wir haben immer darauf geachtet, dass er bescheiden bleibt und Respekt vor den Menschen hat.» Zwei- bis dreimal im Jahr kehre David heim in die Idylle des Aachener Elternhauses mit Blick auf einen Stausee: «Dann taucht er auch mal - wie andere junge Leute auch - in die Kneipenmeile der Pontstraße ab oder joggt durch den Aachener Wald. Im Herzen bleibt er ein Öcher Junge.»

Meistens auf der Bank

Im Übrigen telefoniere man regelmäßig. Zumal David ja mit dem älteren Bruder Alexander, 30, einem in Harvard studierten

Rechtsanwalt und sehr talentierten Pianisten, in New York eine Wohnung teile: «Auf Alex und unsere Elena bin ich genauso stolz», wirft Dove Bongartz ein. Das 21-Jährige «Küken der Familie» studiert in Maastricht. So wuchs David «vom Alter her in der Mitte unserer Kinder auf, was immer einer besonderen Diplomatie bedurfte», erinnert sich die Mutter.

Letzteres galt erst Recht für seinen Schulbesuch auf dem Aachener Einhard-Gymnasium, von wo aus das Wunderkind David bereits als 13-Jähriger zu Konzerten nach Japan oder in die USA aufbrach. «Sein Verständnis und seine Förderung haben entscheidend zur Entwicklung meiner Konzertkarriere beigetragen», inserierte Garrett zum kürzlichen Tod seines alten Schulleiters Richard Wagemann. Ihm gehöre stets «ein Platz in meinem Herzen». Der Pädagoge gab dem Kind, das sich - so gar nicht im Stil eines zart besaiteten Geigers - gerne mal auf dem Schulhof raufte, eine Menge Freiräume.

«In meinem Sportunterricht saß er meistens auf der Bank, weil die Verletzungsgefahr zu groß war», erinnert sich sein Lehrer Charly Endres. «Zwei meiner drei Musikstunden wurden extra für David auf den Samstag verlegt, damit er am Wochenende in Hamburg zu seinem Geigenlehrer konnte», so Musiklehrer Harald Steffens, der seinem Schüler nie eine Note gab.

«Mit Blick auf die Gleichbehandlung mit den anderen Schülern waren da viel pädagogisches Fingerspitzengefühl und Weitblick der Schulleitung gefragt», sagen die Eltern voller Anerkennung. Einem Teil des Kollegiums war «die erste Geige», die David im wahrsten Sinne des Wortes spielte, dennoch ein Dorn im Auge. «Als Herr Wagemann in Pension ging, wurde alles gleich geebnet», so der Vater über den Nachfolger an der Schule. Damals ging David in die 12. Klasse - und verließ das Gymnasium mit Schwester Elena nicht gerade im Frieden.

Am Sonntag jedoch wird David Garrett weder für sein Elternhaus, erst Recht nicht für seine Schule Zeit haben. Am Dienstag gastiert er in Wien, Mittwoch in Leipzig, Donnerstag in Braunschweig, Freitag in Düsseldorf, Samstag in Bremen, Sonntag in Köln. Und zu Hause am beschaulichen Stausee in Aachen grübelt seine Mutter auch ohne Printe, «wann sich der Junge endlich mal Ruhe gönnt».

quelle: Manfred Kutsch, 16.05.2009, az-web.de

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"Ich bin ja noch jung"

D10a

Er wird als Wunderkind beschrieben, als "David Beckham der Violinisten", als Geigenvirtuose - aber David Garrett ist einfach nur Musiker und jung, wie er im TV-Interview mit Redaktionsmitglied Verena Schüller betonte.

Echternach. (ves) Der 27-jährige Geiger David Garrett gibt am Montag, 1. Juni, ein Konzert im Trifolion Echternach. Über seine Musik, die Klassik und Pop- und Rockmusik verbindet, seinen Werdegang und das Konzert sprach er vorab im TV-Interview.

Herr Garrett, Sie schaffen musikalisch den Spagat zwischen Klassik, Pop- und Rockmusik. Wie ist diese Mischung zustande gekommen?

David Garrett: Ich bin einfach noch jung und habe viel Zeit. Sowohl Klassik als auch Pop- und Rockmusik mache ich unheimlich gern. Momentan reizt mich besonders die Abwechslung. Deswegen setze ich beides um.

Welche Musik hören Sie denn privat gern?

David Garrett: Oh, das ist ganz gemischt. Je nach Stimmung höre ich alles Mögliche. Ich bin ja noch jung.

Wie begeistern Sie mit einem eher klassischen Instrument wie der Geige ein junges Publikum?

David Garrett: Ich glaube, das hat nichts mit dem Instrument zu tun. Es geht mehr darum, gute Musik zu machen, die man schön präsentieren kann. Und wenn man die Leidenschaft dafür mitbringt, dann ist es ganz egal, ob man Klavier oder Harfe spielt. Die Leute merken einfach die Leidenschaft, die dahinter steckt.

Sie werden ja als "David Beckham der Violinisten" gehandelt. Um sich Ihr Studium zu finanzieren, haben Sie auch mal als Fotomodell gearbeitet.

David Garrett: (lacht) Ja, das stimmt.

Glauben Sie denn, dass Ihr Aussehen eine Rolle für Ihren Erfolg spielt?

David Garrett: Ja, das Aussehen hat sicherlich einen gewissen Anteil an meinem Erfolg. Aber ich konzentriere mich natürlich auf die Musik - der Rest ist nicht so wichtig.

Sie sind in Aachen geboren. Haben Sie noch einen besonderen Bezug zur Eifel?

 David Garrett: Ich bin zwar in der Nähe aufgewachsen und zur Schule gegangen, aber außer dass meine Eltern dort wohnen, habe ich keinen besonderen Bezug mehr zu der Gegend.

Was erwartet die Konzertbesucher am Pfingstmontag, 1. Juni, im Trifolion in Echternach?

 David Garrett: Die Pianistin Milena Chernyavska und ich werden einen romantischen, entspannten Abend mit Klavier und Geige machen. Wir spielen eines meiner Lieblingsstücke, Edvard Griegs "Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 c-Moll", und César Francks "Sonate für Violine und Klavier A-Dur". Das sind zwei fantastische Sonaten! Außerdem spielen wir kleine Stücke, die hoffentlich den Saal zum Kochen bringen.

 Sie haben mit vier Jahren begonnen, Geige zu spielen. Was ist für Sie das Besondere an diesem Instrument

David Garrett: Die Geige gibt mir einfach eine gute Lebensqualität. Es geht darum, wo man sich wohlfühlt und um Natürlichkeit. Und deswegen passt die Geige so gut zu mir.

 quelle: 28.05.2009, volksfreund.de

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Geiger David Garrett begeistert in Kölner Philharmonie

Zusammen mit WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Zagrosek - Zurück zum Zirkus

Köln. "Bei klassischen Konzerten trage ich einen Anzug. Ich habe Respekt vor der Tradition". Nun, in Köln wurde David Garrett diesem Ausspruch nicht ganz gerecht. Er präsentierte sich in legeren Klamotten, allerdings (wie auch seine Klavierpartnerin Milana Chernyavska mit ihrem Glitzer-Kleid) in schwarz.

Wie die - wohl kaum wegen der Violinsonaten von César Franck und Edvard Grieg - ausverkaufte Philharmonie zeigte, geht Garretts Rechnung auf, ein oft klassikfernes Publikum unter Zuhilfenahme werbestrategischer Maßnahmen für diese Musik zu gewinnen. "Und wenn mein Aussehen die Menschen an meine Musik heranführt, soll mir das doch egal sein" ("Brigitte"-Interview). Der traditionelle Konzertbesucher hatte allerdings hinzunehmen, dass ein Meer von Fotoapparaten blitzend in Aktion trat und in die Werkpausen ungerührt hineingeklatscht wurde.

Für Aufwärmung sorgte Garrett freilich sogleich, absolvierte er als Entrée doch seinen Schnelligkeits-rekord-"Hummelflug" - mit ein paar verrutschten Tönen. Geschenkt! Es folgten ja auch noch zwei Kompositionen von Pablo de Sarasate, darunter die höllisch schwierigen "Zigeunerweisen", welche nun wirklich Heifetz-leicht ans Ohr drangen. Dass Garrett für die Wahl seiner flotten Tempi eine Uralt-Platte Sarasates geprüft hatte, ehrt ihn, war seinen Zuhörern aber wohl letztlich egal. Doch gehörten solche Mikrofon-Kommentare zum charmanten Beiwerk des Konzerts.

Bei Francks romantisch ausgreifender Sonate und dem mit "nordischer" Harmonik apart verbrämten Gegenstück Griegs spielte er mit entschiedenem Bogenstrich, klarem, nicht zerfaserndem Ton, ohne übertreibende Emotionalisierung. Die Zugaben führten dann freilich zurück zum Zirkus. Während die vom Deutschlandfunk eingeladenen ARD-Orchester in der Regel von weit her anreisen müssen, benötigten die Musiker des WDR nur einige hundert Meter, um zur Philharmonie zu gelangen.(...)

Quelle: Christoph Zimmermann,03.06.2009, general-anzeiger-bonn.de

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Festival International Echternach

David Garrett bouscule le concert classique

F

Echternach, Trifolion. 01-VI-2009. César Franck (1822-1890) : Sonate pour violon et piano en la majeur. Pablo de Sarasate (1844-1908) : Introduction et Tarentelle op. 43 ; Zigeunerweisen op. 20. Edvard Grieg (1843-1907) : Sonate pour violon et piano n°3 en do mineur op. 45. David Garrett, violon ; Milana Chernyavska, piano

David Garrett attire les foules, remplit les salles. Le Festival International Echternach n’était pas habitué à un tel public, des familles avec enfants et beaucoup de jeunes femmes.

Accompagné de sa pianiste Milana Chernyavska, le jeune violoniste donne le ton en offrant un bis avant l’heure en guise d’accueil : le Vol du bourdon, de Nicolaï Rimski-Korsakov, non prévu au programme. Son habileté est impressionnante. La sonorité qu’il donne à son violon est superbe, d’une pureté cristalline tout à fait unique, admirable dans la précision. Il fait réellement bourdonner son violon. Vêtu d’une veste, d’une chemise et d’un jean noirs, les cheveux longs, décolorés retenus dans la nuque, plusieurs bagues aux doigts, il n’a pas l’allure du violoniste classique. Conscient de sa belle gueule, tout sourire, il lance des regards, il charme avec un naturel étonnant. Installé sur un haut tabouret, très à l’aise, sympathique, il prend le micro pour badiner avec son public et introduire les morceaux qu’il va jouer.

La Sonate de Franck, une des plus populaires du répertoire de musique de chambre est interprétée avec un remarquable talent. Le jeune violoniste va lui donner toute l’intensité et la passion qui la caractérisent. Son geste est ample, assuré, sans vibrato exagéré. Son jeu est expressif, brillant, puissant, sensuel. Dans le premier mouvement, il transmet tout le lyrisme, la mélancolie attendue et dans le deuxième mouvement la vitalité d’une exécution parfaitement maîtrisé. La pianiste s’impose tout en nuance et subtilité dans un dialogue du plus bel effet avec le violon. Le dernier mouvement est d’une admirable sensibilité.

L’interprétation de la Sonate n°3 de Grieg est magistrale. C’est vigoureux et grave, avec des moments dramatiques. La succession de rythmes saccadés et de passages doux et mélancoliques est superbe. L’échange entre les deux musiciens est particulièrement harmonieux. Après chaque sonate, le violoniste joue une œuvre de Pablo de Sarasate où il excelle véritablement, montrant son grand talent de virtuose par des coups d’archets endiablés et hautement maîtrisés tels des pizzicatos, des ricochets et des saltati de très haut niveau. Il nous laisserait presque imaginer que le violon est d’une incroyable facilité !

Le public est plus qu’enthousiaste. David Garrett reçoit une « standing ovation » particulièrement bruyante. Il donne généreusement trois bis, Csárdás de Vittorio Monti, la Danse hongroise n°5 de Johannes Brahms et Le carnaval de Venise de Niccolò Paganini où plaisantant avec le public, il va même jouer au piano aux côtés de Milana Chernyavska prouvant qu’il est non seulement un virtuose d’exception mais aussi un extraordinaire showman, au charisme prodigieux capable de séduire une salle toute entière avec une aisance remarquable.

Ce genre de concert classique bousculant la tradition peut évidemment susciter quelques réflexions. L’introduction des œuvres par le musicien est certes intéressante pour un public qui découvre la musique classique. Pourquoi pas ? C’est plaisant et ce n’est pas une mauvaise idée pour attirer une audience plus jeune. Cependant, on regrette les applaudissements intempestifs du public néophyte et trop enthousiaste entre tous les mouvements. Les sonates semblaient coupées en petites pièces et cela a nui à l’attention, à l’émotion intense que peut transmettre une œuvre écoutée globalement. Mr Garrett, la prochaine fois, demandez à votre public de respecter votre concentration et de garder le silence entre les mouvements de la sonate !

Rédacteur : Evelyne Christophe, pour ResMusica.com le 04/06/2009

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"Ich geige gegen den Wind"

D10b

Er war ein Wunderkind der Musik. Nun will er junge Leute für Klassik begeistern. Ein Gespräch mit David Garrett.

Herr Garrett, welches sind die Köder, die Sie auswerfen, um die „Generation Klingelton“ mit Ihren Klassikkonzerten zu erreichen?

Das ist doch klar: Junge Leute kommen, weil sie mich im Fernsehen gesehen haben oder weil sie meine Crossover-Stücke mögen. Die hören sich dann ein Klassikkonzert an und sind nicht etwa enttäuscht, sondern freuen sich über diese großartige Musik. Insofern macht das Ganze, was ich in den letzten Monaten aufgezogen habe, echt Sinn.

Das klingt nach einer Erfolgsspirale – und nach wachsendem Druck.

Ich habe immer Druck empfunden, insofern ist das für mich nichts Neues. Ich glaube, dass als Musiker die größte Belastung immer von einem selbst ausgeht. Entweder man will auf hohem Niveau spielen – und das war stets mein Ziel – oder man will es nicht. Ich motiviere mich täglich neu und baue positiven Druck auf. Erfolge oder Misserfolge von außen machen für mich überhaupt keinen Unterschied.

Prompt empfängt das Feuilleton Sie nicht gerade mit offenen Armen.

Nicht, dass ich deshalb schlechter oder besser spielen würde, aber eins weiß ich: Schlechte Kritiken machen es nicht leichter, auf die Bühne zu gehen. Einfach deshalb, weil solche Angriffe, ehrlich gesagt, schon manchmal ein bisschen am Selbstbewusstsein kratzen. Davor kann man sich auch schwer schützen kann. Ich wünschte mir immer, darüber zu stehen, vor allem, wenn die Vorwürfe, die man mir macht, ungerechtfertigt sind. Aber ich weiß natürlich, dass die Leute ins Konzert gehen und sagen: Hier spielt doch der, der diese Crossover-Geschichten macht, der kann ja kein Weltklasse- Geiger sein.

Wie gehen Sie mit diesem Klischee um?

Für mich bedeutet das, dass ich mich dagegen behaupten muss. Es ist doch so: Wenn dieselben Leute das Konzert eines Solisten besuchen, der einhellig anerkannt ist, gehen sie schon mit der entsprechenden Erwartung rein, dort auch Erstklassiges zu hören. Das ist eine ganz andere Haltung. Ich dagegen muss gegen den Wind geigen, und das ist manchmal echt schwer. Die Künstlerseele sucht ja immer nach Akzeptanz.

Im Klassikmarkt tritt der Künstler mit seiner Person zunehmend mehr vor die Musik. Welche Konsequenzen hat das für Sie?

Als Künstler habe ich dem Publikum in erster Linie Qualität zu bieten. Das ist meine Verantwortung, und die trage ich auch gern. Es war zum Beispiel meine Idee, Mendelssohns Violinkonzert aufzunehmen, obwohl man mir seitens der Plattenfirma eher nahegelegt hatte, mehr Crossover zu machen. Das ist mir in einem solchen Fall dann völlig egal. Ich bin ein Klassik-Künstler, und es war immer meine Vision, über die Grenzen zu gehen. Ich wollte diese Zweigleisigkeit von Anfang an, also immer in Richtung Fritz Kreisler gehen. Und da lasse ich mir auch von niemandem reinreden.

Betrachten Sie das als Bildungsauftrag?

So hochtrabend würde ich das nicht formulieren, manche Dinge sind auch ganz profan. Einem Menschen, der mit klassischer Musik bislang nichts zu tun hatte, muss ich erklären, dass David Garrett nicht unbedingt alleine auftritt und spielt, nur weil sein Name auf dem Plakat größer gedruckt ist als der Name Mendelssohns. Apropos Bildungsauftrag: Natürlich ist Musik wichtig, egal, ob Klassik, Rock oder Jazz. Es ist ein Riesenfehler, den Musikunterricht in den Schulen so zu vernachlässigen, wie das heute geschieht. Ich verstehe das nicht: Die Jugendlichen sehnen sich doch danach, irgendetwas Sinnvolles in ihrer Freizeit zu tun. Mich selbst hat Musik immer ausbalanciert. Wenn ich zu Hause Stress mit meinen Eltern hatte oder es in der Schule Ärger mit den Klausuren gab, hat die Musik mir immer geholfen. Musik ist etwas, das die Seele wieder ausgleicht.

Neuerdings wird beklagt, dass den Jungen die männlichen Identifikationsfiguren abhanden kommen. Können Stars wie Sie eine solche Vorbildfunktion übernehmen?

Sagen wir so: Ich passe auf. Wenn ich auf einer Charity-Veranstaltung gespielt habe und hinterher noch fotografiert werde, dann habe ich sicher kein Bierglas in der Hand. Bei solchen Kleinigkeiten fängt es doch an. Da muss man schon weiterdenken. Andererseits muss man natürlich authentisch bleiben. Die Musik, die ich mache, hat ausgesprochen viel mit meiner Person, mit mir als Mensch zu tun. Warum sollte ich mich im normalen Leben also verbiegen?

Sie waren mit 13 Jahren schon Jungstar bei der Deutschen Grammophon und sind dann zu einer zweiten, ganz anderen Karriere aufgebrochen. War das so leicht?

Insofern, als ich überhaupt keine Lust mehr hatte, so weiterzumachen: Ja. Ich hatte das Gefühl, ich stehe mit dem Rücken zur Wand und muss diese Wand durchbrechen. Dabei war mir gar nicht richtig bewusst, dass das so eine entscheidende Lebenssituation war und dass ich so eine wichtige Weiche gestellt habe.

Haben Sie immer an den Erfolg geglaubt?

Ja, ich denke, ich habe immer an den Erfolg geglaubt.

Wie finden Sie den künstlerischen Nullpunkt, den Abstand, um ein Werk wieder neu zu spielen und zu hören?

Ich glaube, dass sich die Musik in einem immer weiterentwickelt, wenn man ernsthaft arbeitet. Und indem man ein Stück in sich jedes Mal wieder neu entdeckt, kann man es auch wieder interessant gestalten. Das ist wie ein gutes Buch, was du noch mal liest und dann sagst, Menschenskinder, die Stelle ist ja traumhaft, die habe ich das letzte Mal total verpasst oder da habe ich zu schnell drüber weggelesen.

Gibt es Musik, die Sie nie spielen würden?

Die Antwort ist jetzt politisch sehr korrekt, aber Musik mit ausländerfeindlichen, brutalen oder rassistischen Texten ist für mich nicht akzeptabel. Ich bin schon als kleiner Mensch zu viel durch die Welt gereist, um nicht zu wissen, dass es überall schlechte und gute Menschen gibt und das nichts mit Religion, Hautfarbe oder was anderem zu tun hat. Musik darf nie aggressiv sein. Musik ist etwas, das dich runterkriegt vom Alltag. Und der Alltag ist schon aggressiv genug. Jeder muss um seinen Job und viele Sachen kämpfen. Da ist es schlecht, wenn Musik dich dann noch aufstachelt.

Und bei der klassischen Musik?

Wenn ich im klassischen Bereich jetzt sagen würde, das eine oder andere liegt mir momentan nicht, heißt das nicht, dass es mir morgen oder übermorgen nicht vielleicht doch gefällt. Das ist ein Prozess. Ich will mich ja entwickeln. Irgendwann kommt man dann mal zusammen mit einem Stück – und es passt. Oder auch nicht.

Ihre neue CD heißt „Classical Romance“. Ein ziemlich schnulziger Titel.

Das finde ich überhaupt nicht! Die Leute müssen doch wissen, was sie kaufen. Es ist zum Beispiel das Violinkonzert von Mendelssohn darauf, die Zigeunerweisen von Sarasate, Stücke von Dvorák und Rachmaninov. Es hat mir außerdem viel Spaß gemacht, einige Stücke für Sinfonieorchester neu zu arrangieren. Und da sind wir wieder bei Fritz Kreisler, der solche Sachen ebenfalls gemacht hat. Ich bin auf langfristigen Erfolg aus, auf Substanzielles. In diesem Sinne habe ich mich mit meiner CD sozusagen für die nächsten Jahrtausende festgelegt.

quelle:Burkhard Schäfer Tagesspiegel , 22.06.2009

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Foto: dpa, quelle: Tagesspiegel

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