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- INTERNATIONAL PRESS and RADIO - 9 -

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NOVEMBER 2008

David Garrett: (Essen)Schnell und schön ... 21 Nov D24

Charmanter Virtuose, Star-Geiger David Garrett in Bielefeld enthusiastisch ... 18 Nov D25

David Garrett gastierte in der Alten Oper Frankfurt, 17 Nov D21

Alte Oper: Star-Violinist David Garrett , Man hört nur mit den Augen gut, 17 Nov D11

David Garrett gibt ein Benefiz-Konzert zugunsten krebskranker Kinder, 14 Nov D12 UK4

David Garrett stand als Kind unter Leistungsdruck, 14 Nov D13 UK5

David Garrett in Münster: Jubel für den James Dean der Violine, 13 Nov D14

Er tanzt wie ein Derwisch auf den Saiten, 13 Nov D15 UK6

David Garrett - Mit der Fiedel zum Superstar, 09 Nov D28

Kammermusik ist ehrlicher... interview, here UK7

Der Sonnyboy der Saiten, 7 Nov D16

David Garrett: Der Geiger der Herzen, 4 Nov D17

David Garrett: Frauen sind meine Inspiration! 3 Nov D18

DAVID GARRETT, Stargeiger, lebt in seiner Wahlheimat New York, 2 Nov D19

Die 10 Geheimnisse des Wunder-Geigers, 1 Nov D20

 

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David Garrett: Schnell und schön, aber mehr Klang, bitte!

D27

Essen. David Garrett gilt als der neue Pop-Star unter den Geigern. Beim ersten Saison-Konzert der Pro-Arte-Reihe in der Essener Philharmonie klang seine Stradivari überraschend matt. Pianistin Milana Chernyavska gab den Ton an.

Schnell und schön ist er, der Pop-Star unter den Geigern. Ob David Garrett damit aber den Platz des Enfant terrible, Nigel Kennedy, einnehmen wird, bleibt abzuwarten.

Denn nach seiner fulminanten (und mit Technik üppig unterfütterten) Cross-Over-Show „Virtuoso”, mit der er vor einigen Monaten in der Essener Philharmonie vor allem Jung-Mädchenherzen im Takt hüpfen ließ, sah er sich jetzt beim Auftakt der Pro-Arte Konzertreihe einem gesetzteren, überwiegend anspruchsvollen Abo-Publikum im überfüllten Saal gegenüber.

Das reagierte zunächst zurückhaltend bei Beethovens Sonate für Klavier und Violine Op. 96. Seltsam, wie sehr der sonst eher extrovertierte Solist bei diesem kammermusikalischen Abend das Zepter seiner ebenfalls überaus ansehnlichen jungen Partnerin am Klavier überließ. Milana Chernyavska lag Garrett, auch im folgenden Scherzo aus Brahms' F.A.E.-Sonate, gestalterisch um Längen voraus. Gewöhnlich gilt eine Stradivari im Luxussegment der Geigen als Kreuzung aus Ferrari und Rolls Royce – doch Garrett holte an diesem Abend einen zwar überwiegend gepflegten, kaum aber glanzvollen Ton aus diesem Instrument.

Als zauberischer Klang-Verführer erwies er sich immerhin im Allegretto aus Edward Griegs Violinsonate Op. 45. Zum Trost der Fans, die ihre Begeisterung auch zwischen den Sätzen nicht zügeln konnten, folgte der unverwüstliche Sarasate. „Zigeunerweisen” aus der Feder eines Teufelsgeigers für ebensolche. Dort ließ auch Garrett die Funken volltönend sprühen, seinen Bogen flink springen. Vielleicht wirkt diese Musik auch für Künstler als Narkotikum, denn Garrett war noch am Morgen bei Münchens Promi-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in Behandlung. Schulterprobleme. Gute Besserung!

quelle:21.11.2008, Dirk Aschendorfderwesten.de

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"Wenn Mädels sagen: Der sieht süß aus, ist das okay"

Star-Geiger David Garrett über die Chancen des Crossover, um junge Menschen auch für Klassik zu begeistern – Nichts geht ohne Werbung

D26a

Mit Mozart, Beethoven und Tschaikowsky brachte es David Garrett als klassischer Geige zu Schallplattenehren. Inzwischen holt er mit Crossover-CDs Preise und Auszeichnungen. Sein gutes Aussehen, seine Neigung auch zur Pop-Musik machten den Deutsch-Amerikaner gerade bei jungen Menschen populär. Am 3. Mai 2009 konzertiert er beim Braunschweig-Classix-Festival in der Stadthalle. In Hannover lud er uns in seine Hotel-Suite.

Knut Hartmann: Wie lernten Sie Geige?

Ich habe mit vier Jahren begonnen. Das Basiswissen hat mir mein Vater vermittelt, bis ich 16 war. Der war ein harter Knochen. Ich habe alle wichtigen Geigenschulen durchgespielt. Ich hole diese Übungen auch jetzt noch manchmal vor und frische damit meine Technik auf. Ich trainiere immer erst die Technik, bevor ich die eigentliche Musik übe. Das Geigerische darf dem Musikalischen nicht im Weg stehen.

Hartmann: Sind diese Übungen für Sie heute leichte Fische?

Einiges ist sogar sehr interessant geschrieben. Zum Warmspielen sind diese Sachen genau das Richtige. Ich kann ja nicht gleich mit einer Beethoven-Sonate anfangen, dafür muss man erst die Geschmeidigkeit trainiert haben. Und auch erst eine Konzentration aufbauen. Zum Munterwerden sind Etüden sehr gut.

Florian Eisenschmidt: Wie oft üben Sie?

Jeden Tag. Auch in Pausenzeiten, und auch wenn ich mit meiner Band unterwegs bin. Bei diesen Crossover-Konzerten ist die Geschmeidigkeit genauso wichtig, denn alles soll ja besonders leicht wirken. Wenn man sehr gut spielen will, muss man denselben Aufwand betreiben, egal ob es für ein klassisches oder ein Crossover-Konzert ist. Man will ja schließlich zeigen, was man alles mit dem Instrument machen kann.

Hartmann: Ihr Kollege Gidon Kremer hat geschrieben, dass ihn Karajans Lob eher befangen gemacht hätte. Wie gehen Sie mit Lob und der Begeisterung des Publikums um?

Also ich finde es toll, wenn das Publikum oder Kritiker einem bestätigen, dass man gut war. Komplimente müssen einem doch Flügel geben, da bin ich wohl ganz anders als Herr Kremer.

Eisenschmidt: Wann haben Sie die Klassik und die Geige für sich entdeckt?

Meine Mutter war klassische Ballett-Tänzerin, dadurch hatten wir all die großen Tschaikowsky-Stücke im Schallplattenschrank. Die habe ich gehört und sofort geliebt. Mit der Geige hat zunächst mein Bruder angefangen. Als ich das so hörte, habe ich mir gedacht, das kriegst Du doch besser hin. Und da habe ich auch Unterricht bekommen.

Wenn Sie heute ein großes romantisches Konzert spielen sollen, fühlen sich aber gar nicht so. Wie geht das?

Dafür ist man eben professionell. Ein Schauspieler muss ja auch weinen können, ohne deswegen selbst depressiv zu sein. Man muss bei aller Emotionalität auch sehr kontrolliert sein, wenn man Musik macht. Da darf man nicht den Verstand ausschalten und sich selbstverliebt nur seinen Empfindungen hingeben.

Hartmann: Und doch gibt es manchmal diese besonderen Konzerte, bei denen auch das Publikum spürt, dass der Solist abhebt.

Ja es gibt solche Abende, da bekommt man einen emotionalen Kick nach dem anderen. Aber das ist auch nicht einfach aus einerMomentsstimmung geboren, sondern hat mehr mit einer guten Vorbereitung zu tun. Wenn man’s einfach so drauf hat, dass alles nur so perlt.

Eisenschmidt: Wann kam denn die Pop-Musik dazu?

Ich war schon immer ziemlich neugierig, auch sonst im Leben. Und da kam eben so Musik aus dem Radio, von der fand ich, die klingt doch ganz gut, davon will ich mehr hören.

Hartmann: Sie haben auch in Konzerten diese Erweiterung zum Pop gemacht, sogenannte Crossover-Konzerte. Was lieben Sie wirklich?

Ich liebe es, Auswahl zu haben, das macht es spannend. Durch das Crossover entstehen immer neue Projekte, die mich interessieren. Und danach ist dann die Klassik auch für mich wieder neu schön.

Eisenschmidt: Glauben Sie, damit ein größeres Publikum auch für Klassik interessieren zu können?

Das ist doch unsere Aufgabe. Wir leben nicht in einer Welt, in der man darauf trauen könnte, dass das von allein kommt. Man muss rausgehen und die Leute für das, was man liebt, interessieren. Crossover ist dafür sehr geeignet. Und wenn einige Kritiker sagen, das funktioniert nicht, die jungen Leute gehen dann bloß zum Crossover und trotzdem nicht ins klassische Konzert, dann kann ich sagen: Das stimmt nicht. Bei mir sind auch die klassischen Konzerte ausverkauft. Und jawohl sind da viele junge Leute drin, die mich zuerst über Crossover kennengelernt haben. Das ist eben nicht wie bei André Rieu, der macht ja gar keine klassischen Konzerte, da bringt das dann auch nichts.

Hartmann: Was reizt Sie als Geiger am Crossover?

Dass man mit seinem Instrument experimentieren kann. Natürlich nützt mir da die klassische Virtuosität. Wichtig ist da wie bei der Klassik: Man muss atmen mit der Musik. Ich höre mir daher immer Sänger an, nicht Geiger. Schon mit 13 habe ich Fischer-Dieskau, Tauber, Wunderlich gehört. Unser Instrument imitiert die Stimme. Oistrach und die anderen ließen ihre Geige mit einer besonderen Stimme sprechen. Ich muss auch meine eigene finden.

Eisenschmidt: Wie kommt man zu einer Interpretation?

Man muss sich beim Üben genau fragen, warum machst du das? Jeden Fingersatz, jeden Bogenstrich wieder überdenken. Am besten noch mal neue Noten holen, in die nichts eingezeichnet ist.

Hartmann: Spielen Sie Kammermusik?

Demnächst spiele ich Trio mit Gautier Capuçon und Jean-Yves Thibaudet. Je unterschiedlicher die Meinungen vorher waren, desto interessanter wird das Konzert. Das Schöne ist, dass man eben nicht allein seine Interpretation festlegt wie als Solist, sondern die Meinung der anderen hört. Seine eigene kennt man ja. Ich spiele gern mit neuen Leuten, probiere gern was aus. Ich finde das bereichernd.

Eisenschmidt: Wie sehr kann man sich da zurücknehmen?

Man muss natürlich seine Persönlichkeit zeigen, das ist sogar gerade im Trio wichtig. Und man wird sich auch nicht um 180 Grad verdrehen, nur um den anderen einen Gefallen zu tun. Aber man kann sich annähern. Es muss am Ende auch einen geben, der sagt, so machen wir’s.

Hartmann: Wie erleben Sie Dirigenten?

Es gibt wunderbare, die sich Zeit nehmen zum gemeinsamen Arbeiten, Sinopoli war so, oder Mehta. Und natürlich auch die, die ohne Anspielprobe einfach ihr Tempo durchschlagen. Das hat dann nichts mit Musik zu tun, denn musizieren ist für mich kommunizieren. Aber man kann auch solche Konzerte nicht platzen lassen, wenn man das Honorar nicht zurücküberweisen will. Das sind dann eben Erfahrungen, man bucht die dann nicht wieder.

Eisenschmidt: Sind Sie aufgeregt vor Auftritten?

Keine Aufregung wäre auch nicht das Richtige. Es gibt so eine Vorfreude auf das Stück. Man muss sich vertrauen, und darum ist die gute Vorbereitung so wichtig. Sonst muss man zu viel denken, zu wachsam sein, aber man will ja auch selbst die Musik genießen. Auf Tournee lebe ich unheimlich diszipliniert, um ausgeruht zu sein, nicht krank zu werden. Solistenkonzerte kann man quasi nicht absagen, da muss man auch mit 40 Grad Fieber spielen. Also lieber gesund bleiben!

Hartmann: Sie haben jetzt eine richtige Werbe-Tour im Fernsehen gemacht. Es gibt Clips mit Ihnen im Internet. Passt das zusammen, Geige und Fernsehen?

Man muss die Leute packen, für die Musik Werbung machen, das ist keine Frage. Und wenn ein paar Mädels sagen, der sieht so süß aus, den will ich sehen, dann ist das auch okay. So kommen sie immerhin ins Konzert, und wenn ich dann nicht spielen könnte, würde mir das Aussehen auch nicht helfen. Wir leben nun mal in einer visuellen Welt. Die Klassik, siehe all die schönen Opernsängerinnen und -sänger, muss da mitgehen wie die Popmusik. Wenn ich dadurch mehr Leute in klassische Konzerte bringe, spiele ich diese Karte gern aus. Das Schöne ist: Die jungen Leute kennen das Repertoire überhaupt nicht mehr. Für die ist alles neu. Und da sind sie schlicht überwältigt von der Größe und Kraft dieser Musik.

quelle: 18.11.2008, newsclick

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Charmanter Virtuose

Star-Geiger David Garrett in Bielefeld enthusiastisch gefeiert

D22a

Bielefeld. Den Geschmacksnerv der Zuhörer vermochte David Garrett erst in der zweiten Konzerthälfte vollends zu treffen, war diese doch vergleichsweise virtuos und somit auf die Erwartungen der Zuhörer zugeschnitten. Dabei ist seine gut gemeinte Absicht, einem breiten Publikum neben genreübergreifenden Aspekten auch die rein klassische Musik schmackhaft zu machen, sicher zu begrüßen.

So erweist sich das zusammen mit der ukrainischen Pianistin Milana Chernyavska in der seit langem ausverkauften Bielefelder Oetkerhalle gebotene Programm als technisch wie musikalisch anspruchsvoll. Dass Garrett über technisch ausgereifte Fertigkeiten verfügt, bleibt ohne Zweifel. Die heiklen Pizzicati, Doppelgriffe und Flageoletts in Pablo de Sarasates "Zigeunerweisen" und in der ersten Zugabe, Antonio Bazzinis "Tanz der Kobolde", meisterte er problemlos, wusste im Zwiegespräch mit dem Publikum auch seinen Charme einzusetzen. Der Dialog mit seiner Klavierpartnerin hingegen geriet weniger intuitiv und auffällig oft aus dem Gleichgewicht.

Da mangelte es an gemeinsamem Empfinden und Gestalten. Vor allem bei Beethovens später Sonate G-Dur op. 96 offenbarte sich ein ungleichmäßiges stilistisches Einfühlungsvermögen. Während Chernyavska mit Klangvielfalt, Sensibilität für zielgerichtete Phrasen und die Ganzheitlichkeit der Struktur durchweg überzeugte, gerieten bei Garrett die Phrasierungen seltsam kurzatmig und ziellos. Auch seine Klangfärbung war durchgehend undifferenziert, die Tonintensität bisweilen kraft- und emotionslos. Das nervöse Dauer-Vibrato verlieh sämtlichen Sonaten eine verzärtelnd-sentimentale Note.

Der Begeisterung des Publikums tat das keinen Abbruch. Nach jedem Satz brandete Applaus auf. Viermal mussten Garrett und Chernyavska zurück auf die Bühne. Als dem Duo die Zugaben ausgingen, setzte Garrett mit einem Satz aus einer Solo-Partita von Bach den Schlusspunkt. Bleibt zu hoffen, dass Garrett zu nicht genutztem Potential zurückfindet.

CHRISTOPH GUDDORF, 18.11.2008, nw-news.de

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Ein Teufelskerl an der Geige

Der deutsch-amerikanische Geiger David Garrett gastierte in der Alten Oper Frankfurt.

D22

Garrett beantwortete einmal die Frage, welchen Stellenwert bei ihm die Kammermusik einnehme, wie folgt: «Bei der Kammermusik zeigt sich, ob man es kann oder nicht, denn sie bringt gnadenlos alle Fehler und Schwächen ans Licht».

Dies gilt um so mehr, wenn sich auf der Bühne im Großen Saal vor mehr als zweitausend Gästen gerade mal zwei Musiker versammelt haben, um eine Sonate von Beethoven oder Grieg vorzustellen. Um es gleich vorweg zu sagen: Sowohl der vielgerühmte Geiger David Garrett als auch seine charmante ukrainische Klavierpartnerin Milana Chernyavska zeigten eine rundum solide Leistung, wenngleich der Geigenton in Beethovens anspruchsvoller G-Dur-Sonate zuweilen merkwürdig schüchtern und introvertiert klang. Der Geiger mit der Tätowierung am Oberarm, die beim Frankfurter Gastspiel indes mit elegantem Tuch verdeckt wurde, hätte sich da in musikalischer Hinsicht ruhig etwas mehr in Szene setzen können. Garrett will vor allem den jungen Leuten die Kammermusik näherbringen. Um den vielleicht nicht so hartgesottenen Musikfreund nicht zu überfordern, wählt er kurze Stücke, etwa Brahms’ Scherzo aus der F.A.E.-Sonate (frei aber einsam), mit der er Urwüchsigkeit und Einfallsreichtum des Komponisten vorführt.

Auch im zweiten Konzertteil hielt sich das Repertoire in überschaubarem Rahmen. Nach Griegs c-Moll-Sonate, bei der – räumlich bedingt – wiederum auf kammermusikalische Intimität verzichtet werden musste, kamen noch Sarasates kurze «Zigeunerweisen» zur Aufführung. Auch hier hofft Garrett, mit eingängigen Themen neue Freunde für dieses Genre gewinnen zu können. «Der Garrett, das ist schon ein Teufelskerl», hörte man aus dem Mund eines applaudierenden Fans. Das nächste Mal also bitte die «Teufelstrillersonate» von Tartini!

quelle: Matthias Gerhart, 17.11.2008, fnp.de

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Man hört nur mit den Augen gut

Alte Oper: Star-Violinist David Garrett

D

FRANKFURT In jedem echten Geiger stecke immer ein Zigeuner, hat Yehudi Menuhin einmal gesagt. Im zweiten Teil des Konzertes, das Model und Crossover-Musiker David Garrett in der Alten Oper gab, hätte wohl auch Menuhin seine Freude gehabt: Süffig-virtuos in Edward Griegs Sonate für Violine und Klavier op.45, vollends in den "Zigeunerweisen op.20" und schließlich in den drei Zugaben, "Tanz der Kobolde" von Antonio Bazzini, Edward William Elgars "Salut d´amour" op. 12/3 und "dem" Csárdás von Vittorio Monti (1868-1922), brachte der gebürtige Aachener sein Publikum zum Toben.

Kreuzungen von "E" und "U"

Er hat, so geht die Legende, sich in zartestem Kleinkind-Alter der Violine des älteren Bruders bemächtigt und sich selbst das Geigen beigebracht, bevor er an der Juilliard School of Music in New York erfuhr, was Musik ist. Jenseits der Scheuklappen, die die hehre "Ernste" gegen die vermeintlich grundsätzlich minderwertige "Unterhaltungsmusik" zu schützen trachten. Seitdem züchtet er echte Erfolge durch Kreuzungen zwischen "U" und "E", wobei sich die "E"-Komponente allerdings weitestgehend auf den technisch ausgereiften Einsatz des Bildungsbürger-Instrumentes Violine zu beschränken scheint.

So hatte der erste Teil des Konzertes gewirkt, als habe ein musikfernes Marketing-Gremium beschlossen, ein "classical concert" müsse mit "some quality music" beginnen, verbürgt durch Namen wie Beethoven und Brahms.

In Beethovens später und dichter Violinsonata Nr. 10 G-Dur op. 96 spielten die viel zu laute Pianistin Milana Chernyavska und Garrett nebeneinander her, ohne dass sich ein Konzept hätte erkennen lassen. Das bemühte Publikum klatschte dennoch nach Verklingen jedes einzelnen Satzes. Es folgte ein Kuriosum: Johannes Brahms` Beitrag zur "F.A.E"-Sonate. Sie war ein Geschenk für den Geiger Joseph Joachim über dessen Motto "frei, aber einsam". Robert Schumann hat dafür den zweiten und den letzten, sein Schüler Albert Dietrich den Kopfsatz und der junge Brahms das temperamentvolle, zigeunermusiknahe Scherzo beigetragen. Ob nicht auch in diesem Frühwerk schon der tief schürfende Norddeutsche erkennbar wäre, war hier interpretatorisch nicht die Frage.

Nicht genutztes Potenzial

Garretts Suche nach breitenwirksamen Wegen der Musikvermittlung ist absolut begrüßenswert. Nur schade, dass er das Potenzial, das in dieser Herangehensweise liegt, nicht nutzt. Denn jenseits vordergründiger Virtuosität lassen sich auch aus dezidiert klassischer Musik Aspekte schälen, die selbst Ungebildetste zum Toben bringen. Dazu allerdings müsste man die Stücke, die man zum Besten gibt, sehr viel besser kennen. Bis Ende Mai kommenden Jahres haben er und Pianistin Chernyavska in 15 weiteren geplanten Konzerten mit diesem Programm Gelegenheit, dies zu erfahren.

quelle: 17.11.2008, Doris Kösterke, wiesbadener-kurier.de

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Benefizgala mit Stargeiger für krebskranke Kinder

David Garrett gibt ein Benefiz-Konzert zugunsten krebskranker Kinder.

D1

Erfurt - Stargeiger David Garrett spielt heute im Erfurter Kaisersaal für krebskranke Kinder. Der Erlös der Benefiz-Gala kommt der Elterninitiative für krebskranke Kinder in Jena zugute. Garrett spielt unter anderem Auszüge aus dem Violinkonzert von Johannes Brahms sowie seinem Erfolgs-Album »Virtuoso«. Er lässt eigens dafür seine Band in die Landeshauptstadt kommen. (...) Es spielt die Thüringen-Philharmonie unter Leitung von Pavel Baleff.

quelle: .2008, otz.de

UK

Star-Violinist David Garrett is performing for children with cancer in the "Kaisersaal" in Erfurt today. The proceeds of the charity gala is to benefit a parents-initiative for children with cancer in Jena. Among other things Garrett plays parts of the violin concert of Johannes Brahms and his success-album "Virtuoso". He specially lets his band arrive in the provincial capitel. (...) The "Thüringen Philharmonie" plays with contuctor Pavel Baleff.

(translation: Birgit, official forum)

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David Garrett stand als Kind unter Leistungsdruck

David Garrett, newsline

D2

Der 28-jährige Stargeiger David Garrett, der bereits mit 13 Jahren bei der Deutschen Grammophon einen Exklusivvertrag hatte, hat anscheinend nicht nur positive Erfahrungen als Wunderkind gemacht. Bei der Auszeichnung der „Männer des Jahres“ durch die Zeitschrift „GQ“ in München – er bekam den Preis in der Kategorie Musik – sagte Garrett: „Auf meine Kinder würde ich sicherlich weniger Druck ausüben, als es meine Eltern getan haben. Ich bin mit sehr viel Leistungsdruck aufgewachsen.“ Garrett fügte hinzu: „Das Schöne ist, dass man, Gott sei Dank, nicht wie seine Eltern ist, und umgekehrt.“

source:14 Novembre 2008 bunte.de

UK1

The 28 year old Star-Violinist David Garrett, who already had a record deal with age 13, apparantly has not only positive experiences as a child-prodigy. At the award of "Man of the year" of the magazine GQ in Munich - he got the award in the category music Garrett said on Thursday evening. "I would certainly put less pressure on my children like my parents did. I grew up with a lot pressure to perform". Garrett adds: The beauty is, that you, thanks god, are not like your parents and vice versa.

(translation: Birgit, official forum)

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David Garrett in Münster: Jubel für den James Dean der Violine

MÜNSTER Schönen Menschen glaubt man gern aufs Wort. Als der deutsch-amerikanische Geiger David Garrett in Münster die Bühne betrat, raunte eine Dame ihrer Nachbarin zu: „Im Internet gibt es sogar Bilder oben ohne!“

D3

Garrett ist der James Dean der Violine, ein Mann, der schnell hochschaltet, ein Geigenpilot der blitzenden Töne und des euphorischen Vibratissimo. Mit lässiger Coolness brachte er beim Schoneberg-Meisterkonzert das Publikum im Hörsaal 1 zum Rasen.

Zarter Beethoven

Dabei begann Garrett, von der ukrainischen Pianistin Milana Chernyavska mild umworben, mit der Violinsonate G-Dur op. 96 von Ludwig van Beethoven, einem Stück rigoroser Zurückhaltung. Hier demonstrierte er natürliches Spiel, schmetterlingsleicht flatterte sein zarter Violinton durch die kristalline Höhenluft der Klavierstimme und fädelte sich mit nervöser Anmut in die fragilen Zonen des Rondothemas ein. Die Pianistin verlieh den ornamentalen Begleitfiguren die zeitlupenhafte Schönheit eines Schneetreibens.

Unbekümmert

Garrett forcierte Unbekümmertheit und Spontaneität, sein umstandsloser Einsatz nach dem Begrüßungsapplaus ignorierte bewusst die klassische Attitüde. Er sprang vom Alltag in die Kunst wie vom Dreimeterbrett und ersparte sich dabei keinen Salto.

Der prophetischen Tollkühnheit des jungen Johannes Brahms im „Scherzo F.A.E.“ rückte er im schwarzen Oktavendonner des Klaviers mit scharfen Akzenten zu Leibe.Edvard Griegs Violinsonate Nr.3 c-Moll op.45 umgibt ein Hauch von Stummfilmmusik, Schmelz und Schmalz umranken den Mittelsatz „Romanza“ wie Efeu. Garrett entblätterte die süße Melodie liebevoll mit süffigen Portamenti, tobte sich im Elfenfinale aber auch lustvoll aus.

Musik für den Sektempfang spendierte Pablo de Sarasate in seinen „Zigeunerweisen“ op. 20, Garretts Pizzicati perlten und schäumten, der Stargeiger glänzte als Stehgeiger, der die Musik auf die Straße gezaubert hat. Dabei bewies der glücksbeschwipste Jubel, dass auch göttliche Musik erhört wird, wenn ein attraktiver Engel sie vom Himmel holt.

Günter Moseler, 13.11.2008, muensterschezeitung.de

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Er tanzt wie ein Derwisch auf den Saiten

D4

Münster. Die Konzertkarten wurden diesmal schon an der allerersten Tür kontrolliert: „Wegen des großen Andrangs“, wie es hieß. Dabei sind die Schoneberg-Konzerte in Münsters großem Hörsaal generell nicht gerade schlecht besucht, auch wenn mal kein Weltstar auf der Bühne steht. Nun ja, für David Garrett durfte es am Mittwoch wohl ein bisschen Hokuspokus mehr als sonst sein.

Dabei wirkt der Geiger mit dem coolen Image völlig unprätentiös, hat er erst mal sein Instrument in der Hand. Da geht es ihm um die Musik, und sonst nichts. Um Beethovens letzte Violinsonate zum Beispiel. Ein Dialog zwischen zwei Partnern – und Milana Chernyavska am Klavier erweist sich als Meisterin des Dialogs, gibt hier den Ton an, tritt dort vornehm zurück, ganz im Dienst der Partitur. Grundsätzlich entscheiden sich beide für eine verinnerlichte, stille Lesart, die dem Ganzen etwas Nobles verleiht.

Das Gegenteil dann in Johannes Brahms’ Scherzo aus der F-A-E-Sonate: David Garrett geht deutlich ruppiger, rustikaler ans Werk, schlägt eine ganz andere Seite seiner Persönlichkeit auf. Und erst sein Geigenton im Mittelteil! Voller Schmelz und mit spürbar großem Espressivo – und immer mit einem kleinen Tränchen im Auge.

Doch so richtig Sentiment an den Tag legen Chernyavska und Garrett in Edvard Griegs Sonate op. 45, die ein ganzes Norwegen-Panorama auszumalen scheint: breit fließende Melodien, prägnante Rhythmen, nicht zuletzt das folkloristisch anmutende Kolorit des Finalsatzes. Diese Musik geht direkt ins Blut, weil sie so ehrlich, so glaubwürdig gespielt wird. Dabei liefert Garrett gar nicht mal einen sonderlich großen Geigenton – aber einen kernigen, der ohne jede Schärfe auskommt und nirgends spitzig oder klirrend wird. Und von dem unkonventionellen Äußeren des einstigen „Wunderkindes“, das in Illustrierten und HiFi-Magazinen immer (noch) so wichtig zu sein scheint und sich auch auf dem Umschlag des Programmheftes wiederfindet, bleibt auf der Bühne: ein Zöpfchen und ein Noch-nicht-Drei-Tage-Bart!

Natürlich darf auch ein klein wenig Show sein, warum nicht. Zumal, wenn es um Sarasates Zigeunerweisen geht. Die sind zum Schluchzen schön, mit noch mehr Tränen im Auge. Und sie entwickeln blitzschnell brodelndes Feuer. Garrett tanzt auf den Saiten wie ein Derwisch, präsentiert alle möglichen und unmöglichen Weisen, eine Geige mit traumwandlerischer Sicherheit zu traktieren – was ihm und seiner Partnerin am Klavier orkanartigen Beifall einbringt. Der Hörsaal kocht, zwei Zugaben sind fällig.

Was war an diesem Abend zu hören? Ein grandioser Geiger mit einer ebenso grandiosen Pianistin, die viel zu sagen haben. Aber der ganze Hype rund um Garrett? Der junge Mann käme inzwischen wohl auch ohne ihn gut aus.

quelle: CHR. SCHULTE IM WALDE, 13.11.08, mv-online.de

UK2

The tickets were controlled at the very first entrance, because of the strong run. The concerts of "Schöneberg” (concert organizer) are always well visited, even if there is no World-Star on the stage. Well, for David Garrett is had to be a little more hocus-pocus. The violinist with the cool image appeared very unpretentious having his violin in his hands. It is the music and nothing else. For example Beethoven´s last violin sonata. A dialogue between two partners – and Milana Chernyavska at the piano is proving to be a master of dialogue, here she gives the tone, there she gently holds back, like the score tells. Basically both decide of a spiritual, silent reading, which gives everything something noble .

The opposite is Johannes Brahms Scherzo of the F A E Sonata. David Garrett distinctly works rougher, shows a completely other side of his personality. And his tone in the middle part, full of melodiousness and with noticeably espressivo – and always with a little tear in the eye.

A real sentiment Chernyavska and Garrett display in Edvard Griegs Sonata Op. 45, which shows a whole Norway panorama. Flowing melodies, incisive rhythms, not at least the folk music style of the last movement. This music moved directly into the blood, because it is played so honest and credibly. Garrett does not play a particularly great tone, but a focused, without any acuteness and never seems sharp or plinky.

And of the maverick outside of the former child-prodigy, which (still) seems to be important on newspapers and HIFI-Magazines and which is also found on the programme there is just a little pony-tail and a yet-not three-day-stubble left. Of course there is a bit of a show, why not. Especially when it comes to Sarasates Zigeunerweisen. They are to sob for, with more tears in the eyes. And they are rapidly growing into a blazing fire. Garrett dances on the strings like a dervish, presenting all kinds of possible and unpossible ways to maltreat a violin with instinctive certainty. Which brings him and his partner hurricane of applause. The hall is running high – two encores are due. What were you able to hear that evening? A splendid violinist with an equally great pianist, who have much so say. But how about the hype around Garrett? The young man would probably get along without it.

(translation: Birgit, official forum)

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David Garrett - Mit der Fiedel zum Superstar

D29

Mit Lederjacke, Schlabberjeans und Drei-Tage-Bart – David Garrett sieht weniger aus wie ein Star-Geiger, vielmehr wie ein Rock-Star. Und dabei fing doch alles "mit uncoolen Klamotten und braver Frise" an. Aus dem Geigennerd wurde ein Superstar, dem die Mädels zu Füßen liegen. Dass das nicht nur seinem guten Aussehen zuzuschreiben ist, liegt auf der Hand...

Mit vier Jahren hatte David zum ersten Mal eine Geige in der Hand. Seine Eltern erkannten schnell, welch großartiges Talent in dem Jungen schlummerte und schickten ihn auf Musikhochschulen in Berlin und Lübeck. Bereits mit zehn konzertierte er als Solist mit den Hamburger Philharmonikern. Schnell war die Rede vom Wunderknaben, der seinen Feinschliff bei renommierten Virtuosen bekommen musste. Etwa bei der Grand Dame des Geigenspiels – Ida Haendel. Mit 13 Jahren nahm ihn die Deutsche Grammophon unter Vertrag, schrieb damit sogar Geschichte: Noch nie zuvor war ein jüngerer Solokünstler für das Label verpflichtet worden. Man sagte David eine grandiose Karriere voraus, der Virtuose Menuhin lobte: "Er spielt einfach wunderbar".

Gefangen im goldenen Käfig

All das hatte natürlich auch seinen Preis – Davids Kindheit. Während andere Kinder draußen tobten, spielte er Partituren von Bach, Mozart und Brahms rauf und runter. Mehrere Stunden am Tag. Dazu kam der Privatunterricht im heimischen Wohnzimmer. An soziale Kontakte mit Gleichaltrigen war gar nicht zu denken. "Es war ein Leben im goldenen Käfig", blickt er ein wenig wehmütig zurück. Aber er hat es ja so gewollt – seine Leidenschaft galt der Musik. Auch heute noch: "Die Geige ist für mich die Nummer 1 – vor meiner Familie, vor allem."

Mit Davids Familie, dass ist eh so eine Sache. Als Kind hatte er genau das gemacht, was sie von ihm wollten – hatte sich in biedere Kleider zwängen, zu Konzerten schleppen und über sein Vermögen verfügen lassen. Irgendwann war Schluss. Mit 16 war David sich bewusst, was sich abspielte. Es war an der Zeit auszubrechen, aus dem goldenen Käfig.

Sein Freiheitsdrang führte ihn nach London an das Royal College of Music. Dort flog er aber wegen schlechter Führung wieder von der Schule. Dann entschloss er sich nach New York zu gehen, an die Juilliard School. Heimlich hat er sich dort beworben und wurde prompt angenommen. Doch "meine Eltern wollten es nicht. […] Für sie war es schockierend", sagt er. Gegangen ist er trotzdem. Hat seinen Willen durchgesetzt. Auch wenn es Anfangs bedeutete, nicht auf der Bühne zu spielen, auf den Vertrag mit der Deutschen Grammophon zu verzichten und auf das viele Geld. Die Ruhepause vom Scheinwerferlicht, den Verpflichtungen und seinen Eltern hat ihm gut getan. Vier Jahre habe er alles etwas lockerer angehen lassen, sagt Garrett. Sein Violinspiel verlor er in dieser Zeit nicht aus den Augen – er wurde Meisterschüler bei Itzhak Perlman. Um den Unterricht bezahlen zu können, modelte er nebenher.

Der Violinen-Beau lässt Frauenherzen höher schlagen

In New York hat David seine neue Heimat gefunden. Auch wenn er nur ein paar Wochen im Jahr hier ist. Die restlichen zehn bis elf Monate ist er unterwegs, mal in Tokio, Berlin oder London. 120 Konzerte im Jahr sind keine Seltenheit.

Da bleibt wenig Zeit und die will intensiv genutzt werden. Am besten mit den schönen Dingen, wie Feiern und Frauen. Die liegen ihm ja zu Füßen wegen seines guten Aussehens. Allzu gern wird er auch "Beckham der Geige" genannt. Das ehrt ihn natürlich, auch wenn er wenig mit dem Fußball-Ass gemein hat. Der geht nämlich so gut wie nie aus – David der Musiker hingegen schon. Mit seinen Freunden – Mary Kate Olsen gehört dazu - durch die New Yorker Clubs zu ziehen, das macht er gern. Geizig ist er dabei keineswegs. Im Gegenteil - bis zu 4000 Dollar am Abend können schon mal drauf gehen, für Wodka oder Champagner.

Die Mischung macht's für die Jugend interessant

Sein gutes Aussehen mag ihm zwar bei den Frauen hilfreich, doch wenn es um Erfolg in der Musik, vor allem in der Klassik geht, dann hat das damit nichts zu tun. "Kein Dirigent oder gutes Orchester wird einladen, nur weil du gut aussiehst. Die wollen Qualität haben", sagt er. "Das Interesse wird nur größer." Und das ist auch gut so. Gerade im Hinblick auf das jugendliche Publikum. David ist sehr viel daran gelegen, die MTV-Generation für klassische Musik zu begeistern.

Auch wenn sein Repertoire zu 95 Prozent klassische Violinkonzerte von Beethoven, Brahms oder Tschaikowski umfasst, begeistert er gerade das junge Publikum für sich - mit Pop und Rockmusik. "Mir macht es Spaß nicht nur rein klassisch zu spielen", sagt David. Auf seinen beiden letzten Alben Virtuoso und Encore mixte er deshalb Crossover-Stücke, etwa eine Interpretation von Metallicas "Nothing Else Matters" oder Queens "Who Wants To Live Forever?", mit Stücken von Mozart oder Brahms. Die CDs sieht er als ein Einstieg für das junge Publikum in die Klassik.

Den Vorwurf, dass das doch ziemlich kommerziell sei, schmettert er mit folgendem Argument ab: "Mir ist schon seit der Kindheit aufgefallen, dass viele alte Leute in den Klassik-Konzerten sitzen." Für David liegt das Problem nicht bei der Jugend. Vielmehr liegt es an der Vermarktung von Klassik. "Ich finde, wenn jemand Qualität hat, ist es keine Schande, sich ein bisschen eine Brücke zu bauen. Im Gegenteil, ich sehe das eigentlich als eine Verpflichtung von jedem Musiker, der jetzt nicht über 50 ist, sich ein bisschen für die Jugend einzusetzen."

quelle: Susanna Gotsch, 09/11/08, zoomer.de

video

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Kammermusik ist ehrlicher...

interview

UK3

Ensemble: Mister Garrett, your balance between classical- and rockmusic turned out to be quite successful. What classical projects will follow up?

David Garrett: For Novembre is a purely classical, traditional duo planned, during which Milana Chernyavska will accompany me. We’ll play pieces by Beethoven, Grieg and Sarasate. That’s the next step of my projekt to get young people enthusiastic about classical music. If it will work, I don’t know, but I’m curious about it. Fact is, that people buy tickets, lots of at the moment, and that speaks for the fact that they are open to listen to something like that. And of course that makes me happy.

E: Which standards do you set for the partners you play chamber-music with? And how do you prepare for chamber-music concerts?

DG: I prefer musicians who have their own opinion and make their weight feel on that. Both during the discussion and while playing together. You’d make it yourself to easy only to play from music. You always have to be able to listen to new ideas, to argument and make a compromise. Especially that is the adventure about chamber-music.

 E: This year you already played with the pianists Julien Quentin and Daniel Gortler for the given situation in a duo, both are accustomed to an active chamber-music agitation…

DG: Yes. With Daniel I had an experience which reinforced me in my resolution to bring today’s youth closer to this kind of music. We played in Spain and nextdoor there was a suscription-concert (don’t know if that is the proper translation): Arcadi Voldos played at the piano the Second Concert For Piano by Johannes Brahms. I really esteem Arcadi Voldos one of the truly great pianists, which I like to hear myself. Daniel Gortler and I played in a smaller hall. My concert was crowded, the one of Arcadi Voldos was paradoxically almost half empty. And then I knew why I started walking in my path. If you do nothing, then nobody comes and if nobody comes, then there is no one to take pleasure in it. And then why do you do it at all? Of course, for the composer, for the ensemble, for yourself. On the other hand we are responsible for having an audience. It is part of our job to reach people emotionally. When a child starts playing the violin it can not be the general idea that it will have to ask himself: How shall I play in front of people? No one is listening anymore…

 E: Milana Chernyavska started with five years taking lessons, you did so with four and a half. Is there nowadays a way to a successful soloist-carreer without serious-sport-like drill?

DG: No, absolutely not.

 E: So without child-labour, to express it in an exaggerated way, there is no chance to make it?

DG: Right, because that would be indeed a child-prodigy and I don’t believe in that. I know that from my own experience. I watch what I did in retrospective and they are surprisingly brilliant. But I know on the other hand how hard I worked for that. But if you only see this moment, this 25 minutes during which you stand on the stage, then it doesn’t seem like that to you and people don’t realise it either. But that is also a marketing-strategy, especially with younger kids. It has been like this 250 years ago with Mozart, that’s why they always say: child-prodigy. Whereas a certain amount of talent is of course always the requirement for it.

 E: Was there a primal experience which brought you to music?

DG: Not in the sense of an epiphany, somehow it came rather creeping. In a moment, in which I know, I am alone at home and nobody is listening, then I play, simply play and go through things without system. Without thinking about it, simply release music spontaneously out of you. I used and really really loved to do that as a child. Then I lost it for many years, because it was idle and demanding and no fun anymore. It did not come back until my third semester at Juilliard School in New York, since then I was able to release music from within me again, like I did before. Just turn off the lights, dark and then play and play and play. This might sound dumb, but at Juilliard I realised: this could work out again…

 E: You play concerts with a huge repertoire. Which personal significance has chamber-music for you?

DG: Chamber-music should be in the centre of every musician, because it’s the foundation to master all other musical challenges. Chamber-music shows, if you are able to do it or not, because it brings to light mercilessly all mistakes and weaknesses. If you are smart, you’ll use the specific demandings of chamber-music to improve your entire repertoire.

 E: In Germany there is a strong differentiation between orchestra- and chamber-music. Chamber-music is said to be – under reservation - the “more demanding genre”…

DG: I think it’s important that there are various things, because the more variety a profession offers, the more interesting it is. I know about the prejudice that a full orchestra looks more pompous and fantastic on stage to the audience and that’s why it seems to offer a better sound than a string quartet or a piano trio…

 E: I'm a dedicated advocate of chamber-music, almost more than orchestra-music...

DG: …many people nowadays want to get blast away by the sound, because that’s what they are used to from canned music or an mp3 player. They think a symphony orchestra would be more emotional and interesting. I think that’s more of a problem. In that sense chamber-music is more honest. It demands more attention from the audience.

E: How do you as an interpreter experience the difference between orchestra- and chamber-music?

DG: Of course you always have to know what happens around you and you have to be acquainted with the other parts of an orchestra as well as with the chamber-music ensemble. But from that part on it’s pretty much the same. You have to listen to all the different voices around you and answer to them. In the end it doesn’t matter if there are playing two or twenty instruments. Ultimately it’s always about a dialogue.

 E: Which kind of chamber-music do you prefer?

DG: I have no particular preference. But I have to say, that I take an exceptional pleasure in playing violin sonatas. As I always play it with other partners, I experience the piece time and again in a different perspective. I think it’s important to change your chamber-music partners, because it keeps your ears awake for the music.

 E: You developed a musictheoretic base at Juilliard School. Do musictheory and –interpretation now belong indivisible together for you?

DG: Of course, because the more you’re dealing with, also mentally, the great composers and works, the more you see and hear. In that sense musictheory and –analyse are very important. Especially with Beethoven, who wrote the most brillliant violinconcert ever, you can see how every note, every cadence and phrase is right in their connection. Realising that you hear the piece in a totally different way – better – and you are communicating it, something happens within you and you say: I never heard it like that. With the comprehension also changes the interpretation of a piece…

 E: …I think with composers like Johannes Brahms, where music really becomes reflexive and intellectual, there is so much mental work, such a wealth of allusion, for example in the string quartets and –quintets…

DG: …absolutely and I am far away from that, we all are. But this minimum, that you can do, is to rise to the challenge of a piece always new, always listening deeper into the musical score.

 E: Many interpreters say: Why burden myself with musictheory, when I can do it…

DG: To burden theoretically means, that afterwards you’ll find the piece much more beautiful. Before it was a sound, the ear filters melodies from the sounds and then it starts to get interesting. If you don’t keep looking for new things, it’ll become boring. But for as long as you are trying to understand a composition always better, you’ll always have fun playing it.

 E: Have you concieved the interpretation of a piece through in your head any time?

DG: You never get to an end with that.Who claims to have the perfect interpretation with 21 is mad. And even if somebody says so, hopefully he’ll think differently with 26. What do you life for, if you don’t improve yourself?

 E: You dealt with many facets of music at Juilliard...

DG: I did everything, four years musictheory. For example training the sense of hearing, where you have to play two things at once at the piano and then also have to sing another line. Or practicing rhythm: three knock here – two on the other side and all that goes with it…

 E: How “difficult” is it nowadays for you as a solo-violinist and a star on stage to integrate into the complicated and personal network of a chamber-music ensemble?

DG: I don’t see any problem with that. Either you are a good musician, or not. I always try to present my whole repertoire on the highest level. When I play with my band I take with the same seriousness, as when I’m giving a concert with a quartet. Why should I handle it any other way? I’d be cheating, if I had different criteria for different kinds of music. That’s not like me.

 E: How do you judge the Lockenhaus Kammermusikfestival, which was found at the beginning of the 80s by Gidon Kremer? Enthusiast of chamber-music, who really devote themselves to serious music intensely. Would such a festival be interesting for you?

DG: I’m always a fan of such smaller festivals. Especially because you can invite people, with which you like to talk about music, but also get along well with elsewhere. The whole thing is practically a music-family. You have the opportunity to invite performers or to surround youself with people who have the same musical base as you do. Because I’m living in New York for some years now there was no chance to participate in this festival, but I can imagine it very well. 

 E: Gidon Kremer made a great contribution towards the political development. He made known many composers from the former Soviet Union here, Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina, just to name a few, the musical scenery would be different without him...

DG: …right, I do look up to him for the passion he has for this music. There are very few who bring with them this kind of conviction. Isaac Stern was also someone who really did a lot. Such personalities go beyond the low scale of “I’m a soloist, I want to shine, I want to be famous”. You can’t overestimate such a dedication.

 E: Can music nowadays still fulfill such political tasks, like then, when interpreters like Gidon Kremer helped to open up the Iron Curtain?

DG: If you stop believing so, then you have the wrong profession.

 E: Do you plan yourself such social activities – catchword Freundeskreis Anne-Sopie Mutter Stiftung e.V., which supports young musicians?

DG: Definitely. In a few years I’ll do such things for sure. At the moment my life is still not balanced. Maybe in two, three years there will be a point of time at which I want to found my own chamber-music-festival or support projects. After all during a chamber-music-festival in summer you are four weeks straight in one city, be it as an intendant or as interpreter.

 E: Do you think classical music is being enhanced? Is there a new kind of style at the horizon?

DG: I’m glad I don’t know, otherwise it would be boring. I’m saying straightforward, even though some people might like to kill me for it, that I am a great friend of good film music. John Williams for example. To me they are great things, which are commercial, but that’s what they’ve all been… Even Beethoven was always looking for something new. You have to be able to appeal to people with music and to me that’s what good film music does on all accounts.

 E: Could you imagine to work as a composer?

DG: If so, then as a composer for film music. When I watch tv and turn it on “mute”, then often spontaneously music comes up to the pictures within me. Music which reflects the pictures. But when I’m reading a book I can’t imagine something musical. That actually comes along with visual input.

 E: Would you like to compose something for a film?

DG: Sure, I’d really really love to. I wouldn’t want to compose something banal. You do have to know, it’s an interesting project. But absolutely, of course. These are the kind of things I’d do with enthusiasm.

 E: What will be on your next classical CD?

DG: This year I’m going to record the violinconcert by Mendelssohn with the Staatskapelle Dresden. I would have preferred Brahm, but that was too heavy for them. It’s difficult to do exactly what you want. But there is always a compromise.

 E: Do you have any particular wish in view of the recordings?

DG: When it’s about records, I’m still at the beginning. Especially when it comes to chamber-music I don’t want to pronounce something special. There are simply decades, decades…

As an artist you are selfish enough to wish to record everything. [laughs]

 E: Thank you for the interview Mister Garrett.

source: "ensemble"Oktober-Novembre,, translation: Birgit, official forum

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Der Sonnyboy der Saiten

David Garrett (28) sieht aus wie eine Mischung aus Sasha und Kurt Cobain. Es ist kein Geheimnis, dass den Spitzengeiger sein gewinnendes Äußeres bei musikalischen Grenzgängen kräftig unterstützt

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Der schnellste Geiger der Welt kommt eine Dreiviertelstunde zu spät. Doch wenn David Garrett (28) mit weit ausholenden Schritten ins Restaurant der Arena stürmt, mit den Armen dramatisch eine Entschuldigung andeutet und sein Lächeln anknipst, so strahlend hell wie eine 1000-Watt-Birne, ist aller Unmut schlagartig vergessen.

Anwesend beim Pressegespräch sind erstaunlich viele Vertreterinnen von Zeitschriften, in deren Titel das Wörtchen "Frau" vorkommt. Normalerweise würde man dort kaum Interesse für Instrumente vermuten, die vor über 250 Jahren von Italienern mit klangvollen Namen gefertigt wurden. Aber kaum packt Garrett die Violine aus dem Koffer, geht das Geraune los: "Ist das die Stradivari?" Sie ist es nicht. Dafür lässt diese Szene zwei Schlüsse zu: "Normalerweise" greift bei Garrett nicht, dafür umso mehr die Bezeichnung "Frauentyp".

Garrett ist groß, blond und lässig. Über verwaschenen Jeans trägt er ein schwarzes Hemd und ein schwarzes Jackett. Schulterlange Haare, im Nacken zum Pferdeschwanz gebunden. Strahlend weiße Zähne, die aus einem Stoppel-Dickicht hervorblitzen, das garantiert älter ist als die vorgeschriebenen drei Tage.

Der Typ sieht aus, als käme er gerade von einem Konzert der "White Stripes". Einen Weltklasse-Geiger, der als Zehnjähriger seinen ersten Auftritt hatte, mit zwölf gemeinsam mit Menuhin auf der Bühne stand und mit 13 als damals jüngster Solist bei der "Deutschen Grammophon" unter Vertrag genommen wurde, würde man nicht vermuten. Aber genau das ist er. 2007 machte der gebürtige Aachener mit seiner CD "Virtuoso" vor, wie man Klassik-, Rock-, Musical- und Filmmusik unter einen Hut bringt: "Im Vorfeld sagten alle: ,Das ist ja eine ganz schreckliche Idee! Das ist ja völlig unvermarktbar!'"

Die Crossover-Scheibe wurde ein Hit und Garrett zum "David Beckham der Violine". Seitdem ist seine Stradivari für die Medien ein ähnlich interessantes Accessoire wie die neueste Handtasche von Beckham-Gattin Victoria.

Nun hat der 28-Jährige nachgelegt. Im Oktober erschien sein zweites Album "Encore" (Besprechung auf dieser Seite), was im Klassikbereich schlicht für "Zugabe" steht. Anfang des Jahres geht der Sunnyboy der Saiten damit auf Tour.

Doch spannender finden die Damen aus dem bunten Blätterwald seine Lebensumstände ("Zu Hause in New York war ich nur zwei Wochen in diesem Jahr"), sein "Burnout-Syndrom" mit 18 ("Das war eher körperlich bedingt. Ich bin zwischen 14 und 17 sehr schnell gewachsen, da kam die Muskulatur nicht nach") und sein gebrochenes Herz ("Tatsache ist, dass ich ein paar Mal eine Frau gedatet habe, aber es hat nicht funktioniert"). Ehe der schnellste Geiger der Welt, als der er seit Ende Mai für einen fehlerfrei in 66 Sekunden gespielten "Hummelflug" im Buch der Rekorde steht, wieder abdüst, hat er noch Gelegenheit, auf sein eigentliches Anliegen hinzuweisen: "Mit meiner klassischen Musik viele junge Menschen zu erreichen."

Was einem wie ihm, der aussieht wie eine Mischung aus Sasha und Kurt Cobain, tatsächlich zu gelingen scheint: "Bei meinen Konzerten sind die Leute zwischen 20 und 45." Eine Zielgruppe, nach der sich andere Musiker mit klassischem Hintergrund alle zehn Finger lecken.(...)

source: Susanne Schramm, 07.11.2008, derwesten.de

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David Garrett

Der Geiger der Herzen

Er ist der Pop-Star der klassischen Musik. David Garrett begeistert als Geiger die Massen für Klassik und verdreht der Damenwelt den Kopf. BUNTE Online sprach mit smarten Musiker über den Erfolg, die Groupies und die Liebe.

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Seine Tourneen sind Publikumsmagnete, seine aktuelle CD „Encore“ schaffte auf Anhieb den Sprung in die Charts und er bricht reihenweise die Herzen der Frauen. Was sich bei einem Pop-Star normal anhört, ist bei einem Geiger schon außergewöhnlich. David Garrett, der ebensogut Model hätte werden können, hat mit seinen gerade einmal 27 Jahren mehr in der Welt der Klassik erreicht als andere in ihrem ganzen Leben.

Bereits als Kleinkind wurde das außergewöhnliche Talent des Musikers erkannt. Als 10-Jähriger stand er mit den Hamburger Philharmonikern, mit 12 Jahren gemeinsam mit dem Geigenvirtosen Menuhin auf der Bühne. Mittlerweile gilt er selbst als Meistergeiger. Doch im Gespräch gibt sich der smarte Mann mit langen blonden Haaren und strahlenden Augen ganz bescheiden.

Deine CD ist gerade erschienen und sofort in die Charts eingestiegen – für klassische Musik eher unüblich. Überrascht von dem Erfolg?

David Garrett: „Völlig. Ich bin wahnsinnig glücklich. Denn ich habe all meine Energie in die CD gesteckt. Von den ersten Demos, bis zur Produktion über die Booklets habe ich alles selbst mitgestaltet. Jede kleinste Sequenz habe ich persönlich überprüft, damit sie optimal ist. Und nach soviel Arbeit freue ich mich natürlich, dass es den Leuten auch gefällt.“

Wie schaffst Du so ein Arbeitspensum überhaupt?

„Ich arbeite Tag und Nacht.“

Und wo bleibt da der Schlaf?

„Ich versuche eigentlich, fünf bis sechs Stunden zu schlafen. Aber manchmal wird selbst das schwierig.“

Wie viele Stunden pro Tag spielst Du auf der Geige?

„So viele, wie ich zur Verfügung habe. Ich probiere, fünf bis sechs Stunden zu spielen.“

Also gibst Du Deine Geige kaum aus der Hand. Was ist dein Instrument wert?

„Ich habe mehrere Geigen, aber die, die ich gerade benutze, ist sicherlich eine knappe Million Euro wert.“

„Ich will, dass sich die Leute für Klassik interessieren“

Wie gehst du mit dem Erfolg um?

„Gar nicht. Ich haue mich so mit Arbeit zu, dass ich immer nur an Morgen und das neue Projekte denke. Also bleibt mir gar keine Zeit, um die Sache sacken zu lassen.“

Also hat Dich der Erfolg nicht verändert?

„Ne!“

Viele nennen Dich den „David Beckham der Geige“...

„Ich finde, dass ist ein sehr liebes Kompliment. Schließlich begeistert David Beckham ein Publikum für den Sport, das sich vorher vielleicht gar nicht für Fußball interessierte. Wenn der Vergleich daher kommt, dann ist das eine schöne Sache. Ich versuche ebensolche Brücken zu bauen, damit sich Menschen für mein Instrument oder für die klassische Musik interessieren. Insofern ist das absolut legitim.“

Also ist es Dir ein Anliegen, Menschen für die klassische Musik zu begeistern?

„Absolut! Das ist doch der Sinn und Zweck dieser CD und deren Vermarktung. Ich will Leute erreichen, die gehemmt sind, sich mit der Klassik zu befassen.“

Deine Kritiker werfen Dir vor, Du machest klassische „Lightkultur“...

„Das stimmt ja auch irgendwie. Auf der anderen Seite mache ich aber auch die ´Schwerkultur´ der Klassik. Ich verbinde das. Achtzig Prozent meiner Konzerte, die ich im Jahr spiele, sind Klassisch. Die anderen Konzerte sind etwas leichter, mit mehr Entertainment. Aber ich denke nicht, dass man jemanden mit einem Violinenkonzert von Beethoven ins kalte Wasser schmeißen sollte. Die Leute müssen erstmal auf den Geschmack kommen.“

„Sicherlich bekomme ich eindeutige Angebote“

Es ist kein Geheimnis, dass Du gut aussiehst. Merkst Du, dass Frauen nur zu Deinen Konzerten kommen, um Dich zu sehen?

„Ich weiß schon, dass sicherlich viele kommen, weil sie denken, dass ich attraktiv bin. Aber das ist eine ganz normale Geschichte. Das liegt in der Natur der Menschheit, dass sich Jungs zu Mädels angezogen fühlen und anders herum. Im Endeffekt geht es zwar um die Musik, aber wenn jemand nur kommt, weil er mich gut findet, ist das völlig in Ordnung. Ich würde ja auch auf ein Konzert gehen, wenn ich die Sängerin geil fände.“

Hast Du nach Konzerten schon einmal eindeutige Angebote bekommen?

„Ja, sicherlich. Aber es liegt immer noch an mir, ob ich darauf eingehe.“

Und? Bist du schon einmal auf eins eingegangen?

„Nein, bis jetzt noch nicht. Das faszinierende zwischen Männern und Frauen ist doch das sich Annähern und Abgewiesenwerden, bevor es passiert. Das ist das wichtigste. Ohne das wäre es doch langweilig.“

Ist es für Deine Freundin ein Problem, dass Du so ein Frauenschwarm bist?

„Momentan bin ich ja nicht wirklich in einer festen Beziehung. Wir sind ja derzeit mehr in Dating-Phase. Sie hat selber viele Verehrer und insofern ist doch alles in Ordnung.“

Wann war für Dich der Moment, in dem Du gemerkt hast, dass Du ein Star bist?

„Der Moment ist noch nicht gekommen. Aber ich werde es Euch wissen lassen, wenn es so weit ist.“

Hast Du einen Traum, den Du gerne erreichen möchtest?

„Ich lebe momentan das, was ich immer erreichen wollte. Jetzt muss ich mir neue Träume einfallen lassen.“

source: Constantin Riepe, 04.11.08, bunte.de

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David Garrett: Frauen sind meine Inspiration!

Berlin - Dieser Mann ist nicht mehr aufzuhalten und wird soagr als "David Beckham an der Violine" bezeichnet. Denn Stargeiger David Garrett hat die Ausstrahlung eines Rockstars und die Sensibilität eines Schmusesängers.

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Klar, dass David Garrett die Frauenherzen höher schlagen lässt. Und das nicht ohne Grund, denn schließlich ist der erfolgreiche Musiker nach eigenen Angaben noch solo. Das heißt aber nicht, dass er nicht interessiert ist. "Ich bin oft allein unterwegs, jeden Tag in einer anderen Stadt. Da muss ich meinen Gefühlen auch schon einmal freien Lauf lassen dürfen", sagte David Garrett jetzt in einem Interview und fügte hinzu: "Frauen sind meine Inspiration, ohne sie würde ich kirre werden".

Als deutsch-amerikanischer Violist (er ist in Aachen geboren) stellt sich die Frage, welche Nation er bei Frauen bevorzugt. "Ich mache da keine Unterschiede. Es kommt auf die Person an. Das Schönheitsideal in Amerika ist aber doch schon anders. Mit 25 lassen sich dort manche Botox spritzen. Die wollen alles perfekt haben. Ich denke, ich suche mir eine deutsche Freundin."

Und wie überzeugt David Garrett die Frauen? Hilft ihm sein Lieblingsinstrument bei der Eroberung? "Schaden tut sie nicht. Ich finde es süß, wenn mich Frauen sexy finden. Da steh' ich drauf. Das freut mich immer wieder", so der Violist.

Derzeit ist David Garrett unterwegs und rührt die Werbetrommel für sein aktuelles Album "Encore". Auch die deutschen Fans können ihren Stargeiger endlich wieder live erleben!

source: EVENTIM, Femke.Schierenbeck - 3. November 2008

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CD Kritik: Encore von David Garrett

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Schneller, höher, weiter scheint das olympische Motto des Zaubergeigers David Garrett zu sein. In der Tat steht der Mann seit Mai 2008 im Guinness-Buch der Rekorde, weil es ihm gelang, in der britischen Fernsehshow 'Blue Peter' den 'Hummelflug' von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow in nur 66 Sekunden - 13 Noten pro Sekunde - zu spielen. Damit hat sich Garrett bereits jetzt fürs Rahmenprogramm der Olympischen Spiele 2010 in London qualifiziert. Der Crossover-Geiger, 1980 als Sohn eines Deutschen und einer amerikanischen Primaballerina in Aachen geboren, studierte ab 1999 in der Meisterklasse von Itzhak Perlman an der berühmten Juilliard School of Music in New York. Er weiß also stets, was er tut - auch wenn sich bei seinen Brahms-, Mozart-, Bach- oder Vivaldi-Versionen die Altmeister im Grabe drehen mögen.

Garrett will den zu Beginn der 70er-Jahre an die Gitarre verlorenen Thron der Rockmusik für die Geige zurückerobern. Ganz schön kühn: Also lässt er die Saiten krachen, schraubt sich in ungeahnte Juchzhöhen hinauf, trommelt oder stößt mit dem Bogen, je nachdem - als wär's die Flöte oder ein Percussion-Arsenal.

Von allem ist auf Garretts neuer CD ein wenig versammelt: hier ein hochgetuntes Klassikstück, dort Vivaldis 'Sommer' aus den 'Vier Jahreszeiten', kühn und ungeheuer schnell verrockt, dann wieder - eine verzeihliche Entgleisung - die liebestrunkene Arie 'O mio babbino caro' aus Puccinis 'Gianni Schicchi', womit er mit den Stimmen großer Sängerinnen kokettiert. Mag ja sein, dass die Geige der menschlichen Stimme nahe ist, wie Garrett erklärt. Aber Arien? Muss im New Yorker Aufnahmestudio nicht sein.

Doch wer weiß, worauf er sich bei Garretts Revival einlässt, ist mit dem fetzigen Klassik-Rock gewiss gut bedient. Spätestens bei der Tempo-Zugabe 'Zorbas Dance' hat man alle Bedenken abgelegt. Der Hörer gerät schon sitzend außer Atem, Anthony Quinn vor Augen. Allein: Zum Tellerwerfen sollte es noch reichen. Teppich weg.

source: Hans Czerny, 3. Nov 2008, monstersandcritics.de

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David Garrett, Violinist

He was just four years old when he first picked up a violin. By the time he was ten, David Garrett was labeled a musical prodigy. Today, the German-born virtuoso with a penchant for modern cover versions is one of the most successful violinists in the world.

Even though Garrett is a world-renowned classical musician, he's also acheived pop star status - his stylish jeans and hoodies are a something of a trademark. His modelling exploits have earned him the label "the David Beckham of the classical scene". He plays Mozart, Michael Jackson and Metallica and plays concert halls and rock venues.

David Garrett learned to play violin aged 4 and he talent was quickly recognised and nurtured. At 13, he signed an exclusive contract with Deutsche Grammophon and spent much of his teenage years playing with the world's finest orchestras. Yehudi Menuhin described him as the best violinist of his generation.

At the age of 18, burnout hit. David Garrett broke off with his parents, who had closely managed his career - and life - and went to study at the renowned Juilliard School in New York. He was one of the first students to study with Itzhak Perlman, Garrett supplemented his income by working as a model and began to experiment with pop and rock music. He graduated from Juillard in 2004 and two years later scored a commercial comeback with an album combining well-known classical and rock music.

source:  dw-world

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DAVID GARRETT, 27

Stargeiger, lebt in seiner Wahlheimat New York

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„Vom nächsten Präsidenten wünsche ich mir vor allem,

dass er in außenpolitischen Fragen mehr diplomatisches Geschick zeigt. Außerdem hoffe ich, dass er die USA dazu führt, das Kyoto-Protokoll

zu unterzeichnen. Ich träume von einem Präsidenten,

der die Waffengesetze stärkt, sodass der Zugang zu Waffen reglementierter ist, der Drogenbesitz und -konsum härter bestraft

und der mehr Geld in öffentliche Bildung investiert.

Zuletzt erhoffe ich mir vom nächsten Präsidenten

ein zeitnahes Datum für den Abzug der US-Truppen aus dem Irak.“

source: 02.11.2008, tagesspiegel.de

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Die 10 Geheimnisse des Wunder-Geigers

Wenn er die Saiten seiner Violine mit dem Bogen streichelt, würde so manche Frau gern mit seinem Instrument tauschen...

David Garrett (28) macht klassische Musik hörens- und sehenswert! (...)

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BILD verriet er 10 Geheimnisse:

1. Als Kind war er Außenseiter. „Daran war die Geige schuld. Wenn meine damaligen Klassenkameraden mich jetzt so sehen könnten...“

2. Er hat als Teenager mal geklaut. „Schuld waren falsche Freunde.“

3. Er hat die deutsche und die amerikanische Staatsbürgerschaft. Denn: Er ist in Aachen geboren.

4. In seiner New Yorker Wohnung war er dieses Jahr nur 2 Wochen – weil er so viel um die Welt tourt.

5. Sein Beauty-Geheimnis (er braucht max. 15 Minuten im Bad): Anti-Augenringe-Crème für Zu-wenig-Schlaf-Nächte. „Die gegen Falten brauche ich noch nicht.“

6. Sein Lieblingshut, ein schwarzer Trilby, ist das Geschenk einer Freundin. „Wenn ich den verliere, bekomme ich Ärger.“

7. Er liebt Outfits vom Berliner Designer Michael Michalsky, klassische Anzüge von Armani.

8. Er trägt zwei wuchtige Silberringe an der rechten Hand – „damit der Arm schwerer wird und die Töne lauter.“

9. Er hat vier selbstgestaltete Tattoos: Die Fledermaus unterm Bauchnabel entstand in einer Partynacht. „Ich bin ein Nachtmensch, dafür steht das Tattoo. Im Dunkeln passieren einfach die interessantesten Dinge...“

10. Er ist – eigentlich – noch frei! „Ich date im Moment eine Frau öfter, aber es ist keine Beziehung.“

source: 01.11.2008, bild.de

 

 

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